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Erdoğan: Die Wirtschaftsbilanz des "Sultans von Ankara"

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Erdoğan: Die Wirtschaftsbilanz des "Sultans von Ankara"

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Die Börse in Istanbul hat sich halbwegs von ihrem Schock nach den Protesten in der Türkei erholt. Der Leitindex (ISE National 30) verbesserte sich im Lauf des Tages um knapp 5 Prozent.

Zum Wochenstart hatte er wegen der Ausschreitungen mehr als 10 Prozent verloren – der größte Tagesverlust seit März 2003.

Die Empörung nach der gewaltsamen Räumung eines Protestlagers richtete sich schließlich vor allem gegen den als autoritär empfundenen Kurs von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan.

Wirtschaftlich kann der im politischen Islam verwurzelte Erdoğan, genannt “Sultan von Ankara”, auf Erfolge verweisen: Nach Wachstumsraten über 8 Prozent wuchs die Wirtschaft selbst 2012 noch um 2,6 Prozent, dieses Jahr sollen es 3,4 Prozent werden.

Vor der Ära Erdoğan war die Wirtschaft ab 1999 tief abgestürzt, Bankenkrach eingeschlossen.

In den vergangenen 10 Jahren verdreifachte sich das Prokopf-Einkommen auf knapp 8.000 Euro. Im vergangenen Jahr ließen 36 Millionen Touristen ihr Urlaubsgeld in der Türkei – der Bauboom gilt allerdings als Risiko.

Erdoğan kann wegen der Statuten seiner Partei nicht wieder Ministerpräsident werden – ob sich Staatspräsident Abdullah Gül von ihm ablösen lassen will, ist offen.

Mit Reuters