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Europäischer Erfinderpreis 2013

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Europäischer Erfinderpreis 2013

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Hochkarätige Tüftler aus Europa und anderen Teilen der Welt trafen sich Ende Mai in Amsterdam zur Verleihung des Europäischen Erfinderpreises. Die Auszeichnung wird seit 2006 vom Europäischen Patentamt (EPO) in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission vergeben. Die Preise für 2013 wurden in sechs Kategorien verliehen. Dazu gehörte erstmals ein Publikumspreis. Sechs Forschungsprojekte, ein gemeinsamer Nenner: Sie haben diese Welt ein Stück weit vorangebracht:

Verliehen wurden die Preise vor erhabener Kulisse in der ehemaligen Amsterdamer Börse Beurs van Berlage. Über die Bedeutung der Auszeichnung sprach euronews-Reporter Claudio Rocco mit dem Präsidenten des Europäischen Patentamts, Benoît Battistelli.

Claudio Rocco, euronews:
“Der Europäische Erfinderpreis gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung, wie lautet Ihre Einschätzung?”

Benoît Battistelli, Präsident des Europäischen Patentamts:
“Ja, ich glaube in der Tat, dass dieser Preis, der den Beitrag der Erfinder zur Gesellschaft im Allgemeinen und zur Wirtschaft im Besonderen illustriert, jedes Jahr an Bedeutung gewinnt. Unser Ziel ist, dass er vielleicht eines Tages genau so berühmt wird, wie der Nobelpreis, gewissermaßen der Nobelpreis der Innovation.”

Rund 500 Gäste nahmen an der Preisverleihung teil, neben Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Beatrix der Niederlande auch EU-Binnenmarktskommissar Michel Barnier.

Der Franzose Patrick Couvreur und sein Team von der Universität Paris-Sud erhielten den Preis in der Kategorie Forschung. Die von ihnen entwickelten Nanokapseln sind 70-mal kleiner als rote Blutkörperchen, biologisch abbaubar und vernichten Krebszellen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Patrick Couvreur: “Bei der Behandlung mit Antikrebs-Medikamenten, verteilen sich die Wirkstoffe im ganzen Körper, in unterschiedlichen Geweben und Organen, nicht nur in den betroffen Tumorzellen. Der Nutzen von Nanokapseln ist, dass sie das Antikrebsmolekül umschließen und es gezielt in die erkrankte Zelle, beziehungsweise das Gewebe einschleusen.”

Der Schwede Pål Nyrén erhielt den Preis in der Kategorie Kleine und mittelständische Unternehmen
für die Erfindung der Pyrosequenzierung – ein wesentlich schnelleres, einfacheres und kostengünstigeres Verfahren zur Sequenzierung von DNA-Strängen.

Nyréns Erfindung hat neue Forschungsgebiete eröffnet und das Verständnis erblich bedingter und anderer Krankheiten verbessert. Forschern eröffnen sich neue Behandlungs- und Heilungsmöglichkeiten für lebensbedrohliche Krankheiten wie Krebs.

Pål Nyrén : “Die DNA ist das Molekül des Lebens. Wenn wir die DNA verstehen, können wir auch viele Krankheiten wie Krebs verstehen und wahrscheinlich dazu beitragen, sie zu heilen. Auch in anderen Bereichen wie der Energie- oder Lebensmittelproduktion können wir die Beziehung zwischen Mensch und Umwelt besser verstehen. Diese ganz großen Themen kann man erfassen, indem man die DNA und all ihre Details entschlüsselt.”

Den Preis für sein Lebenswerk erhielt Martin Schadt, der Erfinder der Flüssigkristallanzeige, kurz LCD. Damit ebnete der Schweizer den Weg für Geräte wie Tablets, Handys und Flachbildschirme.

Der Europäische Erfinderpreis wird nächstes Jahr in Berlin vergeben.