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Irans Atomunterhändler setzt im Wahlkampf auf Kompromisslosigkeit

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Irans Atomunterhändler setzt im Wahlkampf auf Kompromisslosigkeit

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Said Dschalili ist der jüngste Kandidat bei den iranischen Präsidentschaftswahlen aber auch einer der konservativsten. Der heute 47jährige nahm während der 80er Jahre am Krieg gegen den Irak teil.

Als Mitglied der iranischen Revolutionsgarden lernte er später Mahmud Ahmadinedschad kennen. Nach dessen Wahl zum Präsidenten vor sieben Jahren förderte er Dschalilis diplomatische Karriere. Ahmadinedschads Favorit für das Präsidentenamt war jedoch der vom Wächterrat abgelehnte Esfandiar Rahim Maschaei.

Auf der internationalen Szene trat Dschalili erst in Erscheinung, als er 2007 zum Vorsitzenden des Obersten Sicherheitsrats ernannt wurde. Damit wurde er der Chefunterhändler des Iran im Streit um sein umstrittenes Atomprogramm.

Trotz mehrfacher Verschärfung der gegen sein Land verhängten Sanktionen, blieb Dschalili während der Verhandlungen unnachgiebig. Iran sei zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde bereit, so sagte Dschalili zuletzt im Mai. Er beharrte aber darauf, dass sein Land als Unterzeichner des nuklearen Nichtverbreitungsvertrages das Recht zur zivilen Nutzung von Atomenergie habe.

Durch seine kompromisslose Haltung gegenüber dem Westen gewann Dschalili schließlich die Unterstützung von Ajatollah Ali Khamenei, dem mächtigsten Mann im Iran. Während des Wahlkampfs machte der Kandidat seine Haltung noch einmal deutlich, als er gelobte, die Macht des Islam in der Welt zu stärken und den Einfluss der — wie er sagte — arroganten Großmächte zürückzudrängen.

Iran steht jedoch vor Problemen, die allein durch politische Rhetorik nicht zu lösen sind. Wie die meisten Kandidaten hat auch Dschalili eingeräumt, dass hohe Arbeitslosigkeit und Inflation im Iran nur durch Wirtschaftsreformen in den Griff zu bekommen sind.