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IWF liest Frankreich die Leviten

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IWF liest Frankreich die Leviten

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Ohne größeren Reformeifer droht Frankreich nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren.

Die bisher eingeleiteten Reformen reichten nicht aus, so ein Länderbericht.

Pikant: IWF-Chefin Christine Lagarde trug bis Juni 2011 als französische Wirtschafts- und Finanzministerin selbst Verantwortung.

Edward Gardner, IWF-Missionschef für Frankreich, einer ihrer Mitarbeiter:

“Wir sehen auch tiefe strukturelle Probleme, die Frankreichs Wachstumspotenzial durch den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit beschädigen. Ein Indiz: Frankreich verliert schneller Marktanteile als einige europäische Partner. Dazu kommen verkrustete Arbeits-und Gütermärkte.”

Frankreich müsse seine Arbeitskosten drücken und Schluss machen mit Steuererhöhungen, um konkurrenzfähiger zu werden. Sein Tip gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Ein geringerer Mindestlohn und flexiblere Arbeitsverträge.

Der Währungsfonds empfiehlt, Wettbewerbshürden im Dienstleistungssektor zu beseitigen und die Arbeitslosenunterstützung zu kürzen, um einen größeren Anreiz zur Arbeitssuche zu schaffen. “Substanziell” sei ein geringeres Haushaltsdefizit. Dafür müsse das Land
vor allem bei den Ausgaben sparen – Potenzial dafür gebe es im öffentlichen und im sozialen Sektor.

Frankreichs Bruttoinlandsprodukt wird laut IWF in diesem Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen. Im Januar hatte er noch 0,3 Prozent Wachstum erwartet.

Frankreich Regierung hofft für 2013 auf 0,1 Prozent Wachstum.

Mit Reuters