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Lage in Hochwassergebieten weiter kritisch

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Lage in Hochwassergebieten weiter kritisch

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In den Hochwassergebieten Deutschlands spitzt sich die Lage weiter zu. In Sachsen-Anhalt und Niedersachsen wuchs die Furcht vor
einer gewaltigen Elbe-Flut. Magdeburg erwartete nach Angaben der Stadt einen Pegelstand von 6,90 Metern. Normal seien knapp 2 Meter.
Flussauf waren die Elbe und ihre Zuflüsse vielerorts schon über die Ufer getreten. In Halle kämpften Hunderte Einsatzkräfte und Soldaten
um die Deiche an der Saale. “Die Dämme sind sehr aufgeweicht”, sagte Oberbürgermeister Bernd Wiegand. Der Chemiepark Bitterfeld
mit mehr als 12 000 Arbeitsplätzen wurde nach Angaben einer Sprecherin mit einem zusätzlichen Damm gesichert. Insgesamt mussten mehr als 10.000 Menschen wegen der Fluten ihre Wohnungen verlassen.

Im bayerischen Passau ist die Donau auf dem höchsten Pegelstand seit 500 Jahren. Der Wasserspiegel sank zwar zunächst leicht, doch stromaufwärts in Regensburg mussten die Behörden wegen steigender Pegel erneut Katastrophenalarm auslösen. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war am Vormittag in Passau, sie sagte mindestens 100 Millionen Euro für schnelle Hilfen zu. Merkel nannte die Lage dramatischer als bei der Jahrhundertflut 2002.

Auch in Österreich bleibt die Lage kritisch. Unklar war, ob die an manchen Stellen neu errichteten, bis zu 11 Meter hohen Schutzwände den Wassermassen standhalten würden. Zudem bangten die Menschen, dass mitgerissenes Treibgut die Wände
zerstören könnte. Die Situation sei unberechenbar, hieß es vom Militär. Die Pegel der Donau stiegen weiter. Hunderte Menschen haben in den vergangenen Tagen ihren gesamten Besitz verloren, Hunderte von Häusern mussten evakuiert werden. Die Wassermassen fluteten einige Orte wie Melk. Straßen und Bahnstrecken waren blockiert. Die Donau blieb in ganz Österreich für den Schiffsverkehr gesperrt.

Insgesamt starben in den Hochwassergebieten bisher 12 Menschen.

Auch in der Ukraine steigt das Wasser. In der Hauptstadt Kiew waren mehrere Strassen und U-Bahnstationen überflutet. Die Meteorologen sagen weitere schwere Regenfälle voraus. Auch Polen ist betroffen. Und in Ungarn bereiten sich die Behörden auf die Ankunft des Hochwassers vor.