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MuCEM - ein Museum mit Blick aufs Mittelmeer

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MuCEM - ein Museum mit Blick aufs Mittelmeer

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Marseille, die Europäische Kulturhauptstadt leistet sich ein neues Museum: das “Musée des civilisations de l’Europe et de la Méditerrannée”. Im alten Hafen direkt am Mittelmeer gelegen, erzählt der spektakuläre Bau von Geschichte und Kultur einer ganzen Region.
“Mittelmeeranrainer sind per Definition Reisende, und das ist ein Ort, der zur Reise lädt”, erklärt der Architekt Rudy Ricciotti.

Der lichtdurchtränkte Bau aus Glas und filigraner Betonspitze ist Kultur- und Forschungseinrichtung zugleich. Auf 40 Tausend Quadratmetern Fläche werden die unterschiedlichen Zivilisationen des Mittelmeerraums wirkungsvoll in Szene gesetzt.

MuCEM-Präsident Bruno Suzzarelli erläutert ein Beispiel: “Hinter mir sehen Sie ein hydraulisches System. Damit wurde aus Brunnen Wasser geschöpft in der Nilregion, in Ägypten. Das Exponat veranschaulicht das Problem der Wasserversorgung des Mittelmeerraums.”

Das Museum für europäische und mediterrane Kulturen versteht sich auch als ein Ort des Dialogs und der Verknüpfung unterschiedlicher Disziplinen.

“Hier sehen wir das Gastmahl des Plato, bei dem Griechen über Bürgerrecht diskutierten”, erklärt Kurator Zeev Gourarier. “Dies war Männern vorbehalten, Frauen und Sklaven waren ausgeschlossen. Genau gegenüber sehen wir hier auf einer Leinwand Frauen, die uns erzählen, was Bürgerrechte heute bedeuten.”

Das MuCEM vereint die Sammlung des 2005 geschlossenen Pariser Völkerkundemuseums Musée National des Arts et Traditions populaires und gut 20. 000 neu erstandene Exponate.

Ein neuer, heller Kulturtempel, der zum Verweilen einlädt und den Blick auf den weiten Horizont des Mittelmeers lenkt.