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Handelskrieg? Nach Solarzoll attackiert China EU-Wein

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Handelskrieg? Nach Solarzoll attackiert China EU-Wein

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Die einen bleiben auf ihren Solarpanelen sitzen, die anderen auf ihrem Wein: China antwortet mit einem Anti-Dumping-Verfahren gegen Wein aus der EU auf europäische Strafzölle auf Solarprodukte – das bislang größte Antidumpingverfahren weltweit.

Europäische Winzer laufen Sturm. Für die Hersteller von Bordeaux etwa hat sich China zur wichtigsten Exportregion entwickelt.

Xavier-Luc Linglin, Bonfils Gruppe (mit Keltereien in Languedoc Roussillon und Bordeaux):

“Wir können uns gar nicht leisten, diesen Markt zu verlieren, nicht mal einen Rückgang. Das ist nach Umsätzen unsere wichtigste Exportregion und Nummer zwei, was die Menge angeht. Weniger Chinageschäft, das ist nicht drin.”

China importierte im vergangenen Jahr 430 Millionen Liter Wein, rund die Hälfte aus Frankreich und etwa zwei Drittel aus der EU.

Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP): Ein “Handelskrieg´muss auf alle Fälle verhindert werden.”

Die EU-Kommission hatte am Dienstag vorläufige Strafzölle von knapp 12 Prozent auf chinesische Billig-Solarmodule und deren Komponenten beschlossen. Am 6. August werde ein Extrazoll von knapp 48 Prozent fällig.

Betroffen: Einfuhren mit 21 Milliarden Euro Marktwert pro Jahr. Dadurch seien 25 000 Arbeitsplätze in der europäischen Solarbranche in akuter Gefahr, so die EU-Kommission. Deutschland und 17 weitere EU-Staaten sind gegen die Strafmaßnahmen.

Mit AFP, dpa