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Illustre Mauerkunst kommt unter den Hammer

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Illustre Mauerkunst kommt unter den Hammer

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Kunstwerke mit Berliner Mauerstücken stehen zur Versteigerung beim Pariser Auktionshaus Pierre Bergé & Associé. “Artists for liberty” heißt die Sammlung, deren Geschichte unmittelbar nach dem Mauerfall begann. Die insgesamt 48 Fragmente wurden von bekannten Künstlern bemalt oder bearbeitet. Dem Kunstkenner Sylvestre Verger ist die einzigartige Sammlung zu verdanken. “Ich habe sie gerettet. Die allerersten Stücke dieser Sammlung habe ich mit Freunden in London zurückkaufen können, mitten in der Wirtschaftskrise.”

Die Werke wurden von illustren Künstlern wie Sol Lewitt, Daniel Buren oder Edouardo Chillida gestaltet und sind um die halbe Welt gereist.

“Die erste Ausstellung fand während des G7 Gipfels zur Zeit von Raymond Barre in Lyon statt”, erklärt r Sylvestre Verger. “Damals hatten wir das Glück, dass Gorbatschow und seine Frau Raissa die Schau besuchten.”

Der Wert der Mauerkunstwerke reicht von 3000 bis zu 300 Tausend Euro. Der Gesamtwert der Sammlung wird auf 800 Tausend Euro geschätzt.

Der Sammler Sylvestre Verger begeistert sich besonders für die russischen Künstler. “Hier sehen Sie das Thema Zensur der Medien, das ist die Botschaft von Grisha Bruskin, ich mag dieses Werk sehr. Hier haben Sie einen anderen großen russischen Künstler, Eric Bulatow, der 1990 das Stoppschild malte. Der Fall der Mauer eröffnet eine neue Perspektive: freie Fahrt, Non-stopp.”

Ebenfalls vertreten ist der Amerikaner Adam Steiner, der sein Mauerfragment in eine Metallkiste eingesperrt hat. Büchse der Pandora heißt die Installation. “Für mich stellte die Mauer das wahrhaft Böse dar”, meint der Künstler. “Das Einzige, was ich tun konnte, war sie einzusperren.”

Die Versteigerung findet am 6. Juni im Hauptsitz des Wirtschafts- Sozial- und Umweltrats in Paris statt.
Die 48 Werke werden einzeln verkauft. Die Veranstalter wollen jedoch Geboten für die gesamte Sammlung den Vorrang geben, um das einzigartige Kunstensemble zu erhalten.