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"Tetris" - der Klötzchenklassiker feiert 29-jähriges Jubiläum


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"Tetris" - der Klötzchenklassiker feiert 29-jähriges Jubiläum

Der Klötzchenklassiker hat Geburtstag: Am 6. Juni 2013 feiert das Computerspiel “Tetris” sein 29-jähriges Bestehen. Unzählige Menschen auf der ganzen Welt vertreiben sich damit die Zeit. Das Konzept des Spiels ist so simpel wie süchtig machend: Herabfallende unterschiedlich geformte rechtwinklige Steine können je um 90 Grad gedreht werden und müssen dabei so platziert werden, dass sie am unteren Rand eine lückenlose Reihe bilden. Wenn die Reihe komplett ist, verschwindet sie und die darüberliegenden Reihen rücken nach unten. Umso mehr Reihen gleichzeitig entfernt werden, umso mehr Punkte erhält der Spieler.

Entwickelt wurde das Kultspiel vom Russen Alexei Paschitnow, der 1984 das Puzzlespiel “Pentamino”, das er sehr mochte, auf dem Computer umsetzte. Der Name des Spiels ist ein Kunstwort aus dem griechischen Wort tetra (= vier, denn ein Klötzchen besteht aus vier Quadraten) und seinem Lieblingssport Tennis. Die erste Version entwickelte Paschitnow auf seiner Elektronika 60. Diese war noch ohne Farbe und Sound. 1985 entstand die erste Farbversion. Das Spiel verbreitete sich rasend schnell, “Tetris” wurde einfach auf 5,25-Zoll-Disketten kopiert und gespielt.
Der Durchbruch auf dem Weg zum Spiele-Klassiker begann, als Henk Rogers, Chef des US-Unternehmens Blue Planet Software, „Tetris“ 1988 auf einer Computermesse entdeckte und nicht mehr davon lassen konnte. 1989 reiste er nach Moskau und kaufte die Rechte an dem Spiel von der sowjetischen Akademie der Wissenschaften, für die Paschitnow arbeitete. „Tetris“ wurde dem neuen Game Boy von Nintendo beigelegt – und sofort ein Hit, der sich bis heute millionenfach verkauft.

Bekannt wurde “Tetris” auch durch die eingängige Melodie der Game Boy-Ausgabe. Diese Melodie wird oft mit dem russischen Volkstanz “Kalinka” verwechselt, basiert aber auf dem russischen Lied “Korobeiniki” zum gleichnamigen Gedicht von Nikolai Alexejewitsch.

Für beinahe jede Konsole und jede Plattform, auf der man spielen kann, ist ein “Tetris”-Ableger entstanden. Auch Mobiltelefone und sogar Taschenrechner wurden damit ausgestattet. Es wurden sogar Peripheriegeräte für “Tetris” entwickelt. So erschien für den Nintendo 64 ein Pulsmesser, der je nach Puls die Steine langsamer bzw. bei höherem Puls schneller herunterfallen ließ.

Doch “Tetris” ist nicht nur ein netter Zeitvertreib, es macht auch schlau und könnte sogar bei der Trauma-Therapie helfen. Forscher an der Universität von Kalifornien haben herausgefunden, dass beim “Tetris”-Spielen sowohl Hirnareale aktiv sind, die komplexe Bewegungen steuern, als auch Bereiche, die für Sinneseindrücke zuständig sind. Und diese intensive Beanspruchung macht schlau: Drei Monate ließen die Wissenschaftler ihre Versuchspersonen intensiv daddeln – danach hatten sich in ihrer Gehirnrinde viel mehr neue Nervenzellen gebildet, als bei den Probanden, die nicht “Tetris” spielten.

Doch nicht nur Hirnforscher, auch Psychiater beschäftigen sich mit dem Computerspiel. Die Neurowissenschaftlerin Emily Holmes von der Universität Oxford stellte bei einem Experiment fest, dass Menschen mit einer so genannten Posttraumatischen Belastungsstörung durch “Tetris”-Spielen seltener von Flashbacks gequält werden.
Außerdem scheint “Tetris” gut für die Augen zu sein: In einer Pilotstudie haben kanadische Augenärzte ihre Patienten mit der auch Amblyopie genannten Schwachsichtigkeit, bei der sich ein Auge weniger am Sehen beteiligt als das andere, zwei Wochen lang eine Stunde täglich vor das Computerspiel “Tetris” gesetzt. Das “Tetris”-Spielen sei nicht nur angenehmer, als die sonst übliche Pflasterbehandlung des starken Auges. Laut dem leitenden Wissenschaftler Robert Hess scheine es auch besser zu funktionieren und bringe schnellere Ergebnisse.

Und hier können Sie – wenn Sie wollen – die “Tetris”-Musik hören:

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