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Hochwasserlage entspannt sich langsam

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Hochwasserlage entspannt sich langsam

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In den Flutgebieten entspannt sich die Lage langsam wieder. In Dresden steht das Wasser noch hoch. Normalerweise ist der Fluss knapp 2 Meter tief, am Donnerstag waren es 8 Meter 76. Immerhin, mehr soll es nicht mehr werden, der Hochwasserscheitel hat Sachsens Hauptstadt erreicht. Und es ist diesmal doch nicht so viel Wasser gekommen wie 2002, als das historische Zentrum schwer beschädigt wurde. Tausende Helfer haben nächtelang mit Sandsäcken Dämme gebaut und verstärkt.

Die Flut wird aber noch eine Weile hoch stehen. Die Elbe kommt aus Tschechien und führt auch dort noch viel Wasser, das erst mal abfließen muss. Tschechien wurde hart getroffen, im Land starben 8 Menschen, vier werden noch vermisst, 21.000 mussten ihre Wohungen verlassen. Im Erzgebirge mussten die Retter eine Frau mit dem Helikopter suchen, nachdem sie in einen Kanal gefallen war. In Decin hatte die Elbe am Mittwoch mit 10 Metern 50 ihren Höchststand erreicht. Beim Hochwasser von 2002 waren es mehr als 11 Meter. Nach der dramatischen Flut 2002 wurde hier in Lovosice ein Damm für eine Chemiefabrik gebaut. Dieser Damm hat bisher gehalten und schlimmeres verhindert.

Nördlich von Prag fließt die Moldau in die Elbe. Die Landwirtschaft dieser Region ist besonders schwer vom Hochwasser betroffen. Auch in Prag sinkt der Pegel der Moldau langsam. Die U-Bahn ist zwar nach wie vor bedroht, doch die Bewohner atmen auf – und beginnen, aufzuräumen und zu bestimmen, wie hoch die Schäden dieses Mal ausgefallen sind.

Die Donau ist der andere große Fluss, der seinen Anwohnern zu schaffen macht. Bisher hat er vor allem in Bayern für Schäden gesorgt, doch das Wasser wird noch viele Länder durchfließen müssen. In der österreichischen Wachau, östlich von Wien beginnt das Wasser ebenfalls wieder zu sinken, die Situation bleibt dennoch angespannt. Denn viele Bewohner sind nach wie vor vom Wasser eingeschlossen und haben weder Trinkwasser noch Elektrizität. In Bratislawa, Hauptstadt der Slowakei, ist die Donau drei mal so hoch wie sonst. Der Scheitelpunkt des Hochwassers wird in den nächsten Stunden erwartet.

Danach kommt die Flut nach Ungarn: An insgesamt neun besonders gefährdeten Stellen hat der Katastrophenschutz die Dämme verstärkt. Die Wassermassen sollen hier ab Freitag eintreffen. Wirklich kritisch wird es Montag, wenn die Donau in Budapest ihren Höchststand hat.