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Türkei: Demonstranten warten auf Erdoğan

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Türkei: Demonstranten warten auf Erdoğan

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Im Gezi-Park neben dem Taksim-Platz in Istanbul ist die Lage im regierungskritischen Protestcamp am Donnerstagmorgen vergleichsweise entspannt. Regierungschef Recep Tayyip Erdoğan wird weiterhin zum Rücktritt aufgefordert. Gleichzeitig warten die Demonstranten gespannt darauf, wie Erdoğan, der im Laufe des Tages von einer Nordafrika-Reise zurückkehrt, auf die Proteste und die jüngsten Entwicklungen reagieren wird.

Ein Demonstrant sagt: “Wir warten, alle warten, dass etwas Gutes geschieht. Aber wir sind unsicher. Vielleicht kommt Erdoğan hierher, und vielleicht wird das hier wie im Krieg aussehen, mit Tränengas oder Wasserwerfern. Die Polizei könnte eingreifen. Wir wissen es nicht, wir warten einfach ab, aber wir hoffen das Beste.”

In Ankara hatten sich zuletzt mehrere tausend Demonstranten in der Haupteinkaufsstraße versammelt. Als sie Barrikaden errichteten und in Brand steckten, griff die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas ein. Der stellvertretende Ministerpräsident Bülent Arınç empfing eine Abordnung der Demonstranten. Bei den Protesten kamen bisher drei Menschen ums Leben.

Ministerpräsident Erdoğan hat in Nordafrika unter anderem Ägypten, Marokko und Tunesien besucht. Dass er auf die Forderungen der Demonstranten daheim eingeht, dafür gibt es bisher keinerlei Anzeichen.