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Frankreich löst nach tödlicher Schlägerei rechtsextreme Jugendbewegung auf

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Frankreich löst nach tödlicher Schlägerei rechtsextreme Jugendbewegung auf

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Drei Tage nach dem tödlichen Angriff Rechtsextremer auf einen linken Jugendlichen in Paris hat die französische Regierung die Auflösung der “Revolutionären nationalistischen Jugend” eingeleitet. Diese gilt als Unterarm der rechtsextremen Bewegung “Dritter Weg”. Deren Chef wurde am Freitag vernommen. Die mutmaßlichen Täter hatten sich als Sympatisanten bezeichnet.

“In dieser Republik ist kein Platz für Individuen, die deren Werte nicht respektieren”, stellte Innenminister Manuel Valls klar. “Wir sind entschlossen, ohne Mitleid gegen diejenigen vorzugehen, die diese Werte angreifen. Das schulden wir dem jungen Mann, der getötet wurde, weil traurigerweise der Hass siegte.”

Hieß es zuerst, Clément Méric sei bei der Schlägerei zwischen Linken und Rechten durch seinen Sturz gestorben, ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen wegen vorsätzlicher Tötung. Der Hauptverdächtige, ein in Spanien geborener 20-Jähriger, habe gestanden, ihn geschlagen zu haben. Es besteht der Verdacht, dass er einen Schlagring trug.

“Der Tod wurde nicht durch einen Bluterguss nach Mérics Sturz verursacht, sondern durch die Schädelverletzungen, durch von den Faustschlägen gegen das Opfer herrührten”, so Staatsanwalt François Molins. “Es war eine zufällige Begegnung zwischen Linksextremen, die die Rechtsextremen anpöbelten, und all diese Leute haben sich auf der Straße wiedergefunden.”

Die beiden Gruppen waren in einem Geschäft in Paris aufeinandergestoßen, die Linken hatten zuerst die Rechten verbal angegriffen, doch wer die Schlägerei anzettelte, ist noch unklar. Vier Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Seit Mérics Tod haben in der Paris und anderen Städten tausende Franzosen gegen rechte Gewalt demonstriert. Auch an diesem Samstag zogen mehrere tausend Demonstranten durch die Straßen von Paris.