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Türkei: Wut auf Erdogan eint Demonstranten

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Türkei: Wut auf Erdogan eint Demonstranten

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Die Proteste in der Türkei dauern an. In Istanbul setzte die Polizei erneut Wasserwerfer gegen Demonstranten ein. Diese warfen daraufhin Molotowcocktails. Die Wut der vornehmlich jungen Türken richtet sich vor allem gegen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan.

Auf dem Taksim-Platz sind die verschiedensten Gruppen vertreten: Alle Splitterparteien, Bürgerrechtler und Jugendliche, die nur ungenau sagen können, wofür sie sind. “Wir kämpfen nicht um etwas, wir wollen nur Frieden. Wir wollen, dass unsere Rechte respektiert werden, das ist alles. Das hier ist das Land von Atatürk und wir glauben an etwas,” so eine junge Frau. Die bunte Vielfalt und die Führerlosigkeit der Protestbewegung ist zugleich Stärke und Schwäche. Sie lässt sich nicht vereinnahmen. Aber sie kann sich Experten zufolge nicht durchsetzen.

Erdogan forderte ein sofortiges Ende der Proteste. In der Hauptstadt Ankara gingen trotzdem Tausende Menschen auf die Straße und boten ihm die Stirn. Der türkische Ministerpräsident schlug gestern bei einer internationalen Konferenz zu Europa erstmals versöhnlichere Töne an. Er sagte, er verurteile Gewalt und Vandalismus, sei aber dazu bereit, sich die demokratischen Forderungen der Demonstranten anzuhören.