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Michelin: LKW-Reifen im Pannenmodus

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Michelin: LKW-Reifen im Pannenmodus

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Der französische Reifenhersteller Michelin macht seine Produktion von Lkw-Reifen in Zentralfrankreich bis 2015 dicht.

Im Werk in Joue-les-Tours sollen 730 der 930 Stellen wegfallen. Gleichzeitig bekennt sich der zweitgrößte Reifenkonzern der Welt zum Standort Frankreich und will im Land insgesamt 800 Millionen Euro in Forschung und Entwicklung investieren.

250 Arbeitsplätze sollen über Vorruhestandsregeln eingespart werden.

480 Mitarbeitern will der Konzern in anderen Bereichen Jobs anbieten.

Patrick Fontaine, Michelin Arbeiter seit 36 Jahren:

“Wir haben vielleicht Muffensausen. Nach so vielen Jahren Arbeit, setzt man uns an die Luft, einfach ekelhaft.”

Claude Guillon, Gewerkschafter (CGT):

“Michelin hat Geld, da muss man sich nur den neuesten Jahresabschluss 2012 anschauen … die Aktie läuft so gut wie noch nie, und die Dividende wurde verdreifacht. Also was die Leute wollen, sind so hohe Abfindungen wie möglich.”

Michelin hat in Europa 63.000 Mitarbeiter, 24.000 in Frankreich und setzte 2012 etwa 21,5 Milliarden Euro um, bei 1,5 Milliarden Euro Jahresüberschuss.

Die Nachfrage nach LKW-Reifen in Europa liegt etwa rund ein Viertel unter dem Vorkrisen-Niveau von 2007. Michelin-Nutzfahrzeuge sei zur Zeit nur zu 60 Prozent ausgelastet, so das Unternehmen.

Mit Reuters, dpa