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"Unglaubliche Verschwendung": Griechenland schließt staatlichen Rundfunk

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"Unglaubliche Verschwendung": Griechenland schließt staatlichen Rundfunk

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Die griechische Regierung hat angekündigt, wegen des Sparprogramms den staatlichen Rundfunk ERT heute um Mitternacht zu schließen und die Mitarbeiter zu entlassen. Sie sollen eine Abfindung erhalten.

Regierungssprecher Simos Kedikoglou teilte mit, es solle statt dessen ein neuer, moderner Staatsfunk mit weniger Mitarbeitern entstehen. Bei den derzeit rund 3000 Angestellten sorgte die Nachricht für Empörung. Viele protestierten vor der ERT-Zentrale in Athen. Der Verband der griechischen Journalisten kündigte eine Arbeitsniederlegung an.

Der Arbeitsrechtler Dimitris Perpataris sagte: “Mit einem knappen, verfassungswidrigen Erlass wollen sie über Nacht den staatlichen Rundfunk zerstören.”

Ein Angestellter: “Und wenn sie ihre Hände ausstrecken sollten in Richtung ERT, werden wir diese Hände zurückschlagen.”

Der staatliche Hörfunk und das Fernsehen sollen geschlossen werden, weil die internationalen Geldgeber fordern, dass bis Ende des Jahres 4000 Staatsbedienstete entlassen werden. Kedikoglou bezeichnete den ERT als ein Beispiel für “unglaubliche Verschwendung” mit Kosten von jährlich 300 Millionen Euro und siebenmal mehr Personal als vergleichbare Anstalten. Es dürfe “keine heiligen Kühe geben, die nicht geschlachtet werden, wenn überall gespart wird,” so der Sprecher.

Von der Schließung sind drei staatliche landesweit ausgestrahlte Fernsehprogramme, sieben landesweit ausgestrahlte Radioprogramme sowie 19 regionale Radiosender betroffen.