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Millionen Kinder werden als Sklaven missbraucht

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Millionen Kinder werden als Sklaven missbraucht

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Am Internationalen Tag gegen Kinderarbeit haben Politiker weltweit den Missbrauch von Kindern als Arbeitskräfte verurteilt. Jedes Kind müsse spielen und lernen dürfen, hieß es in den Botschaften. Rund 215 Millionen Kinder arbeiten weltweit zum Teil unter gefährlichen und ausbeuterischen Bedingungen.

Auch Papst Franziskus hat Kinderarbeit in Haushalten und
die Ausbeutung von Millionen Minderjährigen weltweit angeprangert. Nach der Generalaudienz verurteilte Franziskus am Mittwoch in Rom vor allem die Ausnutzung von Kindern als Hausangestellte. Er sprach am internationalen Tag gegen Kinderarbeit von einem “verwerflichen Phänomen, das vor allem in den armen Ländern ständig noch zunimmt”. Der Papst appellierte nachdrücklich an die internationale
Gemeinschaft, mehr gegen diese versteckte Form der Ausbeutung zu tun, die oftmals mit Missbrauch, Misshandlung und Diskriminierung einhergehe. “Jedes Kind muss spielen, lernen, beten und wachsen können”, warb Franziskus für eine unbeschwerte Kindheit.

Auf 10,5 Millionen schätzt die Internationale Arbeitsorganisation ILO die Zahl der Kinder weltweit, die als
Hausangestellte arbeiten müssen – oftmals unter gefährlichen oder gar sklavenähnlichen Bedingungen. 6,5 Millionen dieser Kinderarbeiter seien unter 15 Jahre alt, mehr als 71 Prozent von ihnen Mädchen, heißt es in einem Bericht der Organisation zum Internationalen Tag gegen Kinderarbeit an diesem Mittwoch (12. Juni).

Die Kinder, die Arbeiten wie Putzen, Bügeln, Kochen, Gärtnern und Wasserholen verrichteten und sich um andere Kinder oder Pflegebedürftige kümmerten, seien meist isoliert von ihren Familien und befänden sich daher in starker Abhängigkeit vom Arbeitgeber. Dies mache sie äußerst verwundbar für ausbeuterische Arbeitsbedingungen,
für psychische, physische und sexuelle Gewalt. Letztlich drohe so aus Arbeitsausbeutung auch sexuelle Ausbeutung zu werden.

“Es ist erschreckend, dass weltweit 215 Millionen Kinder jeden Tag arbeiten müssen, um sich oder ihre Familien zu unterstützen”, sagte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning. Er rief zu größeren Anstrengungen auf, um Kindern ein kindgerechtes
Leben zu ermöglichen.

Weltweit hätten 177 Staaten die Konvention zur Abschaffung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit ratifiziert. “Aktuell sehen wir jedoch, dass Kinder weiterhin als billige Arbeitskräfte missbraucht und ausgebeutet werden, zum Beispiel auf Baumwollfeldern in Usbekistan, an Nähmaschinen in Bangladesch, bei der Herstellung von
Lehmziegeln in Pakistan oder der Kakaoernte in Côte d’Ivoire
(Elfenbeinküste).”

Auch die Kinderhilfsorganisation World Vision forderte Regierungen und Verbraucher zum Einsatz gegen Ausbeutung von Kindern auf. Allein in Asien arbeiteten fast 48 Millionen Kinder unter gefährlichen, schmutzigen und entwürdigenden Bedingungen. Sie würden auch als
“unsichtbare Kinder” bezeichnet, weil viele von ihnen weder an Schulen angemeldet noch offiziell angestellt seien.
Die ILO hat den Aktionstag gegen Kinderarbeit 2002 ins Leben gerufen. Seitdem wird er jährlich am 12. Juni begangen.