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Türkische Polizei kontrolliert Taksim-Platz - Geldstrafen für regierungskritische TV-Sender

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Türkische Polizei kontrolliert Taksim-Platz - Geldstrafen für regierungskritische TV-Sender

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Nach einer weiteren Nacht schwerer Gewalt hat die türkische Polizei am Mittwochmorgen wieder Stellung am Rande des Taksim-Platzes in Istanbul bezogen. Die Lage sei zunächst ruhig gewesen, hiess es. Im angrenzenden Gezi-Park, der zum Symbol der türkischen Protestbewegung geworden ist, harrten weiter Demonstranten in Zelten aus. Die Polizei ist in der Nacht zwar in den Park eingedrungen, hat ihn aber nicht geräumt.

“Gestern ist etwas Merkwürdiges geschehen”, sagt einer der Demonstranten, “das Gas, mit dem die Polizei geschossen hat, war anders. Ich war ihm mit meinen Freunden ausgesetzt, und ich bin ohnmächtig geworden. Wir haben die Behälter aufgesammelt.” Die Polizei hatte gestern erneut Tränengas und Wasserwerfer eingesetzt, um mit unverminderter Härte gegen Zehntausende Demonstranten vorzugehen. Auch aus der Hauptstadt Ankara wurden wieder Zusammenstöße gemeldet.

Minsterpräsident Recep Tayyip Erdoğan will heute Vertreter der Protestbewegung zu einem Gespräch treffen. Er hatte sich in den vergangenen Tagen unnachgiebig gezeigt und den Demonstranten scharf gedroht. Die Taksim-Plattform, die zu den
wichtigsten Organisatoren der Demonstrationen gehört, erklärte, sie sei nicht zu dem Gespräch eingeladen. Viele Aktivisten betrachten das Angebot Erdoğans zum Dialog als ein politisches Feigenblatt. Mehrere regierungskritische Fernsehsender müssen Medienberichten zufolge wegen ihrer Berichterstattung Geldstrafen bezahlen.