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Wettbewerb: Europäer "Naivlinge des globalen Dorfes"?

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Wettbewerb: Europäer "Naivlinge des globalen Dorfes"?

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Noch ein europäisches Reizwort: Wettbewerbsfähigkeit. Ein in dieser Woche aufgestellter Aktionsplan der EU-Kommission für die Stahlindustrie stieß bei den Betroffenen zum Teil auf Skepsis – deutsche Branchenvertreter befürchten, “interventionistische Instrumente” angesichts der Überkapazitäten.

Für Frankreichs Industrieminister Arnaud Montebourg (Parti socialiste) – im Wortsinn ist er “Minister für Wiederaufbau der Produktivität” – ist das offenbar eher Haarpalterei:

“Ich glaube, dass alle Länder auf der Welt protektionistisch sind. Amerikaner sind Protektionisten, die Chinesen sind Protektionisten, Kanadier und Inder sind es. Die Einzigen, die die Grenzen fast zu 100% offen halten, sind die Europäer – die Naivlinge des globalen Dorfes.”

In der jüngsten globalen Wettbewerbs-Studie des Schweizer Instituts IMD waren aus Europa nur die Schweiz, Schweden und als einziges Euroland Deutschland unter die ersten zehn gekommen. Trotzdem soll sich der Industrieanteil an der EU-Wirtschaftsleistung laut EU-Kommission bis 2020 von 15 auf 20 Prozent erholen.

Gianni Magi, euronews, Paris:

“In Frankreich geht die Angst um vor einer De-Industrialisierung und der EU-Industrieplan weckt hier große Hoffnungen.”

Mit Reuters