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Wut auf die EU nach Schließung von griechischem Staatsrundfunk

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Wut auf die EU nach Schließung von griechischem Staatsrundfunk

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Die Griechen sind einmal mehr wütend auf die Europäische Union. Denn nach 75 Jahren ist nun der staatliche Rundfunksender ERT Opfer der Sparpolitik im Land geworden. Geschlossen wurden in der vergangenen Nacht drei landesweit ausgestrahlte TV-Programme, ein über Satellit ausgestrahltes Programm, sieben landesweit ausgestrahlte Radioprogramme sowie 19 regionale Radiosender.

“Ich fühle mich als Griechin beleidigt”, sagt eine Demonstrantin vor dem ERT-Gebäude bei Athen, “das bringt das Fass zum Überlaufen, ich habe genug davon, was mit meinem Land gemacht wird.”
Nicht nur die Demonstranten vor dem Gebäude, auch die Journalisten sind schockiert von der Art, wie die Schließung des Senders bewerkstelligt wurde:
“Wir habe eine Menge Gerüchte über die Schließung mancher Programme gehört”, sagt die Nachrichten-Moderatorin Stavroula Christofilia, “über Einsparungen und Entlassungen. Aber eine komplette Schließung, ein Blackout, das gab es noch nicht einmal während der Militärdiktatur.”

Auf Druck der sogenannten Troika aus EU, dem Internationalen Währungsfond und der Europäischen Zentralbank muss Griechenland bis Jahresende 4000 Staatsbedienstete entlassen, die ERT hat rund 2900 Beschäftigte. In den kommenden Monaten soll ein schlankerer staatlicher Rundfunk mit gut 1000 Angestellten ins Leben gerufen werden. Doch bis dahin ist erst einmal Sendeschluss.