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ERT-Schließung stellt Athens Koalition auf die Probe

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ERT-Schließung stellt Athens Koalition auf die Probe

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Der Streit um die abrupte Schließung des griechischen Staatsfunks ERT stürzt Athens Koalition in eine schwere Krise. Die griechischen Journalisten wollen so lange streiken, bis die Regierung die Entscheidung zurücknimmt. An einer Protestkundgebung vor dem ERT-Hauptgebäude in Athen nahmen Zehntausende Menschen teil. Während der Streik das Land teilweise lahmlegte, knirscht es in der Drei-Parteien-Koalition.

“Die Entscheidung der Regierung, dem Staatsfernsehen den Hahn zuzudrehen, hat die Beschäftigten nur bestärkt. Sie sind entschlossener denn je, den Sender am Laufen zu halten. Diese Entscheidung stellt die Regierungskoalition auf eine harte Probe. Die Schließung des ERT hat der Stabilität der Koalition geschadet,” so unser Korrespondent Stamatis Giannisis.

Erstmals demonstrierten die linksextremen Parteien gemeinsam. Syriza-Chef Alexis Tsipras sagte: “Ein öffentliches Fernsehen hört nur auf zu senden, wenn ein unabhängiges Land von fremden Mächten erobert wird und wenn die Demokratie sich in eine Diktatur verwandelt.”

Journalisten halten die ERT-Fernsehstudios besetzt und senden ein Protestprogramm via Internet. Der frühere Nachrichtensprecher Nassos Athanasiou erklärte: “Die Regierung hat beschlossen, das Staatsfernsehen zu Grabe zu tragen. Das kann ich nicht akzeptieren.”

Die Hacker des Kollektivs Anonymous haben in einer Videobotschaft damit gedroht, an diesem Samstag Internetseiten der griechischen Regierung anzugreifen.