Eilmeldung

Eilmeldung

Griechenland: Arbeitslosigkeit steigt, Preise sinken

Sie lesen gerade:

Griechenland: Arbeitslosigkeit steigt, Preise sinken

Schriftgrösse Aa Aa

In Griechenland ist die Arbeitslosigkeit auf ein neues Rekordhoch geklettert. Laut der Athener Statistikbehörde lag die Arbeitslosenquote im ersten Quartal bei 27,4 Prozent. Es ist der höchste Wert, seit die Statistik im Jahr 1998 begonnen wurde. Zum Vergleich: In der Eurozone liegt der Schnitt bei etwas mehr als 12 Prozent.

Der arbeitslose Künstler Thanasis: “Es gibt kein Licht am Ende des Tunnels. Zuerst kürzen sie unsere Gehälter immer weiter, aber die Preise bleiben unverändert hoch. Und ohne Bezahlung oder für nur 100 Euro zu arbeiten, schafft vielleicht Arbeitsplätze, aber wenn das die Erholung sein soll, dann nein danke, dann verzichte ich.”

Das Land setzt nun unter anderem voll auf den Tourismus als Wirtschaftsmotor. Nachdem der Sommer 2012 schlecht verlaufen war, kommen die Besucher nun offenbar wieder etwas zahlreicher ins Krisenland. Sie werden dabei nicht nur vom türkisen Wasser und historischen Bauten angelockt, sondern auch von deutlich gesunkenen Preisen. So günstig wie jetzt waren hellenische Hotelbetten selten zu haben. Die Buchungszahlen aus Deutschland gingen Presseberichten zufolge bereits um 15 Prozent nach oben.

Alexandros Vassilikos, Präsident des Hotel-Verbands Attica: “Die Krise hat Griechenland als Urlaubsziel schwer getroffen. Wegen der fallenden Nachfrage sind die Preise in den vergangenen vier Jahren um rund 40 Prozent gesunken. Aber wir versuchen, es positiv zu sehen: Heute ist das Preis-Leistungs-Verhältnis wesentlich besser.”

Die Touristiker hoffen, dieses Jahr 17 Millionen Gäste anzuziehen. Vergangenes Jahr waren es etwas mehr als 15 Millionen. Viele potentielle Besucher sind allerdings auch abgeschreckt durch die Bilder von gewalttätigen Streiks und fremdenfeindlichen Parolen. Die Regierung will die Troika um Aufschub bei der Entlassung von Beamten bitten, so sollen während der Sommermonate Streiks vermieden werden.