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Iraner in den USA: Kritischer Blick auf die Heimat

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Iraner in den USA: Kritischer Blick auf die Heimat

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Sie war einer der Stars des jährlich stattfindenden Washington Folk Festivals: Mahboob Navab. Die Sängerin wurde im Iran geboren und lebt seit fast vier Jahrzenten in den USA. Ihr Publikum ist begeistert von ihren Liedern, für Mahboob Navab ein wahrer Glücksfall. Rund 300 000 Amerikaner wurden im Iran geboren, mehr als eine Million hat iranische Wurzeln.

Navab sagte nach ihrem Konzert: “Es macht mich traurig, wenn ich sehe, dass es im Iran viele junge Menschen gibt, die nicht in Freiheit leben können. Sie können nicht auftreten, singen oder ausgehen, so wie ich das tue.”

Reza Marashi ist Forschungsdirektor des Nationalen Iranisch Amerikanischen Rats. Er wird deutlicher und beschreibt die kommenden Wahlen, als weder fair noch frei: “Die Iraner haben es satt, dass sie von allen Seiten behindert werden: Es gibt Missmanagement, Korruption, Vetternwirtschaft, und zahlreiche Menschenrechtsverstöße. Die Sanktionen des Westens belasten sie zusätzlich.”

Marashi sieht nur geringe Chancen, dass der Iran seine internationale Isolation überwinden kann: “Die Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Iran und dem Westen: Das ist eher ein Marathon als ein Sprint. Es gibt ein großes Misstrauen. Es gibt gewaltige Unterschiede, wenn es darum geht, welchen politischen Themen man den Vorzug gibt. Der diplomatische Prozess, der notwenig ist, damit all das Misstrauen verschwindet, wird viel Zeit brauchen.”

Der Euronews-Reporter meint: Die iranische Community in den USA macht sich keine Illusionen über den Ausgang der Wahlen. Ein demokratischer Wandel, sollt es ihn jemals geben, bräuchte Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Die Leute hier hoffen nur, dass eines Tages eine neue Generation von Iranern selbstbestimmt leben kann.