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Journalisten im Iran unter Druck

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Journalisten im Iran unter Druck

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Kurz vor der Präsidentenwahl wird der Druck der Machthaber im Iran auf Journalisten noch größer. Auch für ausländische Reporter wird es immer schwerer, frei und unabhängig zu berichten.

Laut der in Paris ansässigen ONG “Reporter ohne Grenzen” seien bereits im Vorfeld zahlreiche Visa-Anfragen abgelehnt oder einfach ignoriert worden.

Soazig Dollet von “Reporter ohne Grenzen” erklärt die Arbeitsbedingungen der wenigen ausländischen Medienvertreter vor Ort: “Die internationalen Journalisten vor Ort können sich kaum frei bewegen. Sie werden außerdem ständig von Übersetzern überwacht, die ihnen obligatorisch vom Regime in Teheran zur Seite gestellt werden. Außerdem dürfen sie nicht an politischen Meetings von Kandidaten der Opposition teilnehmen.”

Auch das Internet wird immer stärker überwacht. Das Regime will verhindern, dass unabhängige Informationen eine Protestbewegung wie 2009 anfachen könnten. Soazig Dollet: “Das Internet läuft nur sehr verlangsamt und wird ab heute so gut wie komplett blockiert. Es ist schon sehr beunruhigend im Hinblick auf Freitag.”

Anders als 2009 werden in diesem Jahr die Berichterstatter im Iran bereits vor den Wahlen stark unter Druck gesetzt, nicht nur mit Worten, auch mit Taten.

Francis Perrin von “Amnesty International” berichtet von Einschüchterungsversuchen: “Diese Repression zeigt sich vor allem in willkürlichen Verhaftungen, Scheinprozessen und verschiedenen Formen von Belästigungen durch Ordnungshüter. Viele Opfer dieser Übergriffe sind natürlich Journalisten oder auch oppositionelle, politische Aktivisten.”

Derzeit sitzen laut “Reporter ohne Grenzen” 54 Journalisten wegen ihrer Arbeit in iranischen Gefängnissen. Für die Menschen im Iran ist es einen Tag vor den Wahlen kaum noch möglich an ungefilterte Informationen zu kommen.