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Muss Europas Filmindustrie geschützt werden?

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Muss Europas Filmindustrie geschützt werden?

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Die vor kurzem beim Filmfestival in Cannes als beste weibliche Darstellerin ausgezeichnete Bérénice Bejo hat an das Europaparlament appelliert. Die europäische Filmindustrie, die digitalen Medien sollten aus den
Freihandelsgesprächen mit den USA ausgeklammert werden. “Ich bin mit amerikanischen Filmen, mit der amerikanischen Kultur groß geworden”, sagt die Schauspielerin. “Es ist gut, dass es diese Kultur gibt, ich lehne sie ganz und gar nicht ab. Doch ich denke, dass es für beide Seiten besser ist, wenn man die freie Wahl hat. Wir brauchen ein Gegengewicht.” Die Europäische Kommission will solcher Bedenken Rechnung tragen, wies aber darauf hin, dass nicht der gesamte Kulturbereich ausgeklammert werden kann. “Zehntausende Menschen arbeiten in Europa im audiovisuellen Bereich”, so der berühmte Filmregisseur Costa-Gavras. “Gäbe es diese Ausnahme, die staatliche Unterstützung für die Kultur nicht, könnten viele Filme nicht gedreht werden, es gäbe die Kinosäle nicht, Filmschaffende, Schauspieler könnten nicht arbeiten.” Muss die europäische Filmindustrie geschützt werden? Das sei unwichtig, meint Frederik Erixon vom Europäischen Zentrum für Internationale Politische Ökonomie: “Wirtschaftlich gesehen, spielt sie weder für Europa noch für Frankreich eine Rolle. Die Kommission hat Recht, wenn sie sagt, wir gehen nicht in die Verhandlungen, indem wir sagen, dass wir darüber nicht verhandeln wollen. Notwendig ist ein offenes Mandat, um ein gutes Freihandels-Abkommen zu erzielen.” Auch London und Berlin warnen davor, dass die USA ihrerseits bestimmte Bereiche ausklammern könnten.