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Ruhe vor dem Sturm: Erdoğan stellt Ultimatum - Demonstranten wollen Istanbuler Gezi-Park nicht räumen

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Ruhe vor dem Sturm: Erdoğan stellt Ultimatum - Demonstranten wollen Istanbuler Gezi-Park nicht räumen

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Auf dem Taksim-Platz in Istanbul wird nach den Demonstrationen der vergangenen zwei Wochen aufgeräumt. Es herrscht verhaltene Stille. Der Vorschlag des türkischen Ministerpräsidenten
Recep Tayyip Erdoğan, ein Referendum über den Istanbuler Gezi-Park abzuhalten, stößt weitgehend auf Ablehnung bei den Demonstranten, und auch Erdoğans Geduld scheint am Ende zu sein.

Er forderte die Demonstranten ultimantiv auf, das Protestlager im Gezi-Park zu verlassen. Erneut sprach er von “illegalen Organisationen”, die es zu bekämpfen gelte. Außerdem sprach Erdoğan von einer “letzten Warnung” und rief Mütter und Väter dazu auf, ihre Kinder zum Verlassen des Protestlagers zu bewegen.

Auch im Protestlager selbst zeigt man sich unnachgiebig. Eine Volksabstimmung über das umstrittene Bauprojekt könne den Streit um Grundrechte und persönliche Freiheiten in der Türkei nicht lösen, heisst es hier.

“Was der Ministerpräsident sagt, sind dessen eigene Wahrheiten”, sagt einer der Demonstranten, “unsere Wahrheit ist, in diesem Park zu sitzen. Wir werden unsere demokratischen Rechte nutzen. Wenn sie uns zwingen, den Park zu verlassen, werden wir die Folgen tragen. So denkt jeder hier.”

“Wenn sie uns angreifen”, sagt ein anderer, “werden wir uns in den Straßen verteilen. Wenn sie uns zwingen zu gehen, werden wir woanders weitermachen. Istanbul ist unendlich, wir sind immer hier.”

In Ankara begann die Polizei bereits mit der Räumung des Kuğulu-Parks. In der vergangenen Nacht hatte sie gegen die Demonstranten in der Hauptstadt erneut Rauchgranaten eingesetzt, um die Menge auseinanderzutreiben.