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Zusammen gegen den Katastrophenfall

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Zusammen gegen den Katastrophenfall

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Panik in Lyon. Die drittgrößte französische Stadt ist Ort eines ganz besonderen Spektakels gewesen: Bei einem Anschlag mit dem Giftgas Sarin auf eine U-Bahnstation in der Nähe des Fußball-Erstliga-Clubs “Olympique Lyon” wurden fünf Menschen getötet und mehr als 350 verletzt. 120 Menschen erlitten bei einem weiteren Anschlag auf einen Markt mit Cäsium radioaktive Verstrahlungen. Das war das Szenario einer zweitägigen Zivilschutzübung in der Stadt.

“Chemische, biologische, radioaktive und nukleare Anschläge fallen zwar unter die Kategorie ‘wenig wahrscheinlich’”, so die EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit, Kristilina Georgieva, “aber sie haben verheerende Folgen. Sollte so etwas tatsächlich geschehen, gäbe es große Verluste an Menschenleben, die psychologischen Folgen wären für das betroffene Land und auch andere verheerend.”

An der Übung nahmen auch Rettungs-Teams aus Deutschland, Belgien, Spanien, Italien und Portugal teil. Ziel war es, angemessen auf Anschläge wie etwa den 2004 in Madrid oder den 2005 in London reagieren zu können. Mitorganisiert hat die Euopäische Union das Katastrophen-Szenario.

Spaniens Innenminister Jorge Fernández Diaz betonte, man verwirkliche mit dieser Übung auf konkrete Art das Ideal eines Europas, für das man kämpfe, und in dem Solidarität eine Schlüsselrolle spiele.

Eine derartige Übung fand in Lyon europaweit erstmals in einem urbanen Umfeld statt. Denn man müsse, so hiess, angesichts der terroristischen Bedrohung in ganz Europa auf den schlimmsten Katastrophenfall vorbereitet sein.