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G8 sagen Steuersündern den Kampf an

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G8 sagen Steuersündern den Kampf an

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Ab Montag treffen sich die Staatschefs der acht führenden Industrienationen in Nordirland. Der britische Premierminister David Cameron hat unter anderem den Kampf gegen Steuersünder auf die Agenda gesetzt. Der G8-Gastgeber will gemeinsame Standards auf den Weg bringen.

Die Lage ist dringlich: Weltweit entgehen den Staaten jährlich 2.300 Milliarden Euro durch Steuerflucht. Insgesamt 24.000 Milliarden Euro sollen in Steueroasen versteckt sein. Alleine in der Europäischen Union entgehen dem Fiskus jährlich 1000 Milliarden Euro. Eine Situation, die so von den Mitgliedsländern nicht mehr akzeptiert werden kann, besonders in Hinsicht auf den aktuellen, strikten Sparkurs der EU.

Beim Europagipfel in Brüssel Ende Mai versprach Cameron das Thema auf die Tagesordnung zu bringen: “Wir müssen sichergehen, dass unsere Steuersätze greifen und Firmen wirklich Steuern bezahlen. Dafür müssen wir zusammenarbeiten und Steuerinformationen austauschen. Dies wird Chefsache meines G8-Gipfels und es ist wichtig, dass die EU mitzieht.”

Der politischen Führung machen besonders die Steuerpraktiken der Großkonzerne zu schaffen. “Steueroptimierung” nennt sich das, wenn große Firmen lächerliche Summen in den Ländern zahlen, wo sie riesige Umsätze einfahren.

Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel wünscht sich Verbesserungen: “Wir werden darauf hinwirken, dass die Unternehmen dort wo sie ansässig sind, verstärkt zu Steuerzahlungen gebracht werden. Das Ganze setzt natürlich auch den Kampf gegen Steueroasen voraus.”

Gerade global-agierenden Konzernen wie Starbucks, Apple, Google oder auch Amazon wurde in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, ihre Steuerabgaben in Europa und den USA mithilfe von legalen Tricks extrem zu drücken – gegen Gesetze verstoßen sie damit bisher nicht.