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Iran-Wahl: Wird ein Ahmadinedschad-Kritiker Präsident?

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Iran-Wahl: Wird ein Ahmadinedschad-Kritiker Präsident?

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Mohammad Qalibaf dürfte bei den iranischen Präsidentschaftswahlen vor allem in den Großstädten punkten. Der Bürgermeister von Teheran hat viel für die Hauptstadt getan, für die Straßen, Parks und den öffentlichen Nahverkehr. Er ist sehr beliebt. Qalibaf trat bei der Präsidentschaftswahl 2005 an, ohne jede politische Erfahrung. Er war gerade erst aus der Armee ausgetreten. Als junger Mann hatte er im Iran-Irak Krieg gekämpft.

Statt Qalibaf gewann der damalige Bürgermeister von Teheran die Präsidentschaftswahl, sein Name: Mahmud Ahmadinedschad. Dieses Mal hofft Qalibaf, dass er die Wähler überzeugen kann. Er genoss bei seinem ersten Versuch nur wenig Achtung. Viele wußten, er war General geworden, als die Studentenunruhen 1999 niedergeschlagen wurden. Das religiöse Oberhaupt des Landes berief ihn kurz danach zum Polizeichef. Qalibaf erneuerte die Truppe und ließ Intellektuelle verhaften.

Nachdem seine Präsidentschaftskandidatur gefloppt war, wurde er Bürgermeister von Teheran, und Ahmadinedschad sein schärfster Kritiker. Die Spannungen zwischen den Beiden waren regelmäßig Thema in den Medien. Zuletzt bemühte sich Qalibaf sowohl um moderate Konservative, als auch um Reformer. Sein Wahlkampf drehte sich fast ausschließlich um Wirtschaftsthemen. Qalibaf versprach den Armen, er werde Jobs schaffen und den Verfall der Währung stoppen. Doch er vergaß auch nicht die Mittelklasse, weder in den Städten noch auf dem Land.

Qalibaf beteiligte sich bislang nie an den Diskussionen um Irans Atomprogramm. Doch was er tat: Er kritisierte regelmäßig Ahmadinedschads Außenpolitik. Er sagte:
“Unsere Diplomatie hat in der Vergangenheit versagt. Wir haben unsere wichtigsten außenpolitischen Ziele nicht erreicht.”