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Lange Schlangen vor Wahllokalen im Iran

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Lange Schlangen vor Wahllokalen im Iran

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Bei den Präsidentschaftswahlen im Iran zeichnet sich ein Vierkampf ab. Reformorientierte Kräfte erhoffen dass ihr Kandidat Hassan Ruhani den heutigen ersten Wahlgang gewinnt, weil sich die Hardliner untereinander Konkurrenz machen. Ruhani gab am Vormittag im Süden der Hauptstadt Teheran seine Stimme ab.

Teherans Oberbürgermeister Mohammed Bagher Ghalibaf ist einer von drei Hardlinern, die um die Stimmen der Iraner kämpfen. Auch wenn Ghalibaf einen “grundlegenden Wandel” ankündigte, dürfte gerade im Atomstreit mit dem Westen kein Kurswechsel zu erwarten sein.

Der 47-jährige Chefunterhändler im Atomstreit, Said Dschalili gilt als heimlicher Favorit, da er mit seiner regimetreuen Linie auf Stimmen sowohl von Konservativen als auch von Islamisten und den radikalen Anhängern des scheidenden Staatspräsidenten Machmud Ahmdinedschads zählen kann.

Der ehemalige Außenminister Ali-Akbar Welajati will ein Ende der Konfrontation mit dem Westen, besteht aber auf dem Recht auf Urananreicherung. Welajati spricht aber die gleiche Wählergruppe an wie auch der Teheraner Oberbürgermeister Ghalibaf.

Religionsführer Ayatollah Ali Chamenei rief zu einer regen Wahlbeteiligung auf. Dem sind die Iraner offenbar gefolgt. Vor vielen Wahllokalen bildeten sich lange Schlangen, die Wahlbeteiligung liegt deutlich höher als vor vier Jahren.

Offiziell sind die Wahllokale bis 15.30 Uhr geöffnet, dürften jedoch erst gegen 21.30 Uhr schließen. Die Ergebnisse sollen laut Innenministerium am Samstagmorgen bekanntgegeben werden.

Weiterführende Links:

Council on Foreign Relations (CFR, US-Think-Tank) How to Read Iran’s Elections (englisch)

Valdaiclub (russischer Think-Tank) What to expect after Iran’s presidential election (englisch)

Institute for Defence Studies and Analyses (IDSA, Neu Delhi) Iran Elections: And the winner is… (englisch)

Royal Institute of International Affairs (Chatham House, Großbritannien) Ayatollahs playing with fire (englisch)