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Hohe Wahlbeteiligung bei Präsidentschaftswahl im Iran

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Hohe Wahlbeteiligung bei Präsidentschaftswahl im Iran

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Bei der Präsidentschaftswahl im Iran haben die Wahllokale geschlossen, die Stimmen werden ausgezählt. Das Innenministerium in Teheran will erste Hochrechungen ab 2 Uhr Ortszeit (23:30 MEZ) bekanntgeben. Die italienische Agentur Ansa spricht bereits davon, dass der Reformkandidat Hassan Ruhani in “einigen Städten” an erster Stelle liege.

Ergebnisse Samstagmorgen – Und dann Stichwahl?

Das abschließende Ergebnis der Wahl wird am Samstagmorgen erwartet. Sollte sich keiner der Bewerber durchsetzen, ist für kommenden Freitag eine Stichwahl geplant. Momentan sieht alles danach aus, dass es zur Stichwahl kommt, denn keiner der Kandidaten kommt auf mehr als 50 Prozent.

Sechs von acht zugelassenen Kandidaten traten an im Rennen um die Nachfolge von Mahmud Ahmadinedschad. Der scheidende Präsident kann nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren, das verbietet die Verfassung des Landes.

Unter den Kandidaten galt neben Ruhani, Ghalibaf und Dschalili auch Ex-Außenminister Ali Akbar Welajati als aussichtsreicher Kandidat. Der konservative Kinderarzt, der unter anderem in den USA studierte, hatte in jüngster Zeit mit Kritik an Ahmadinedschad für Aufsehen gesorgt.

Hohe Wahlbeteiligung

Die Wahlbeteiligung war sehr hoch. Von den 50 Millionen Wahlberechtigten gaben gut 75 Prozent ihre Stimme ab. Wegen der vielen Wähler wurde die Schließung der Wahllokale mehrfach verschoben.

Die hohe Beteiligung deutet auch darauf hin, dass Anhänger des Reformlagers die Wahlen nicht wie vielfach befürchtet boykottierten. Statt dessen scheinen sei dem Reformkandidaten Ruhani Rückenwind verschafft zu haben.

Interesse im Westen und in Israel

Die Wahl wird auch im Westen und in Israel interessiert verfolgt. Die deutsche Bundesregierung erhofft sich von der Wahl Fortschritte bei den Atomverhandlungen. “Wir würden uns wünschen, dass die neue iranische Führung solche substanziellen Fortschritte in Richtung einer Lösung des Streites um das iranische Atomprogramm möglich machen wird”, sagte der Sprecher von Außenminister Guido Westerwelle, Andreas Peschke, am Freitag in Berlin.

Der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon hingegen meinte, der Wahlausgang habe kaum Einfluss auf die Politik des Landes. Die Frage, ob der Iran seine Politik ändern wird, hänge von Irans oberstem Führer, Ajatollah Ali Chamenei ab und nicht davon, wer zum Präsidenten gewählt werde, zitierte ihn die Zeitung “Jerusalem Post”.

(mit dpa, Reuters, Ansa)