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Streit um ERT-Sendeschluß bedroht griechische Regierung

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Streit um ERT-Sendeschluß bedroht griechische Regierung

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Im Streit um die Abwicklung der öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalt Griechenlands ERT, hat Ministerpräsident Antonis Samaras einen Kompromiss vorgeschlagen. Samaras besteht nach wie vor auf der Schaffung eines neuen, deutlich schlankeren Senders. Er ist aber bereit, in der Zwischenzeit ein Notprogramm der ERT zuzulassen, das von einer kleinen Zahl Mitarbeiter gestaltet wird. Der Kompromissvorschlag wurde vom Koalitionspartner PASOK als unzureichend zurückgewiesen. Am Montag soll es zu einem Koalitionsgipfel kommen.

Auch die streikenden ERT-Mitarbeiter sind nicht einverstanden: “Was die Regierung macht ist unverantwortlich. Nirgendwo in der Welt hat man so etwas gemacht. Die Arbeiter werden das verhindern. Der neue Sender wird nicht eröffnet werden”, sagt ERT-Producer Kostas Karpouzos.

Nur 1200 der bislang 2700 Mitarbeiter sollen bei dem neuen Sender einen Arbeitsplatz erhalten. Mancher hält den Sparkurs nur für einen Vorwand: “Ich glaube die Regierung hat Angst vor der Reaktion der Menschen und der Arbeiter. Sie versuchen die ERT zu privatisieren. Sie haben es auf die Frequenzen abgesehen. Sie wollen diese dem Privatsendern geben, die der Regierung nahestehen”, meint Wirtschaftswissenschaftler Stavros Papayannis.

Obwohl die drei eingestellten Fernsehprogramme der ERT zusammen nur auf einen Marktanteil von 13 Prozent kamen, ist der Sender in Bevölkerung beliebt. Seine Schließung löste einen Sturm der Proteste aus, der möglicherweise die Regierung Samaras zu Fall bringt und Neuwahlen auslöst.