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Gefährliche Ablenkung am Steuer

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Gefährliche Ablenkung am Steuer

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Freisprecheinrichtungen haben das Leben des Autofahrers um vieles vereinfacht. Gleichzeitig abbiegen, Nachrichten verschicken oder den Tisch im Restaurant reservieren, wie unser Washington-Korrespondent Stefan Grobe vormacht – kein Problem!
Oder doch? Untersuchungen des amerikanischen Verkehrsklubs American Automobile Association (AAA) haben ergeben, dass auch Freisprechsysteme die Konzentration und die Reaktionsfähigkeit des Fahrers beeinträchtigen, selbst wenn beide Hände am Steuer liegen.
Der Experte für kognitive Ablenkung David Strayer und sein Team an der University of Utah untersuchten Gehirnströme und Augenbewegungen abgelenkter Autofahrer. “Wir haben mehre Messungen durchgeführt. Bei einigen haben wir Elektroenzephalogramme erstellt und andere Gehirnparameter gemessen. Wir haben außerdem einen neuen Reaktionstest durchgeführt, mit dem sich messen lässt, wie schnell die Testperson auf etwas reagiert, während sie fährt.”

Gesagt, getan! Unser Reporter schlüpfte selbst unter die Elektronenkappe bei einer Testfahrt in Washington. Das Auto war mit Kameras ausgestattet, um die Augenbewegungen des Fahrers zu verfolgen.

“Detection-Response-Task” heißt das System, das die Reaktionsfähigkeit der Testperson auf optische Reize misst. Gleichzeitig werden die Gehirnströme analysiert.

“Sobald das Gehirn beschäftigt ist, achtet man nicht mehr auf die Gefahr hinter einem Bus oder auf Fußgänger, die an der Ampel warten”, bestätigt Joel Cooper, Forscher an der University of Utah.

Als Konsequenz aus dieser Studie appelliert der amerikanische Verkehrsklub AAA an die Automobilindustrie, den Einsatz auf Spracherkennung basierender Systeme auf ein Minimum einzuschränken.

Fazit: Jede Tätigkeit, die nichts mit dem Fahren zu tun hat erhöht die Anforderungen an das Gehirn. Anders ausgedrückt: Je weniger man tut, desto sicherer fährt man.