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"Samardogan" will mit Regierungspartner über "ERTaksim" beraten

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"Samardogan" will mit Regierungspartner über "ERTaksim" beraten

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Am Hauptgebäude des abgeschalteten griechischen Staatsrundfunks ERT in Athen hängen Protestbanner. Darauf verschmelzen die drei Buchstaben der Anstalt mit dem Wort “Taksim”, und der Athener Regierungschef Antonis Samaras wird mit seinem rigiden türkischen Amtskollegen Erdogan zu “Samardogan”.

Die ehemaligen ERT-Angestellten machen so deutlich: Sie sind bereit zu kämpfen, für ihre Jobs und gegen eine Regierung, von der sie sich im Stich gelassen und verraten fühlen.

Diese Regierung, so schrieb eine Zeitung, hängt nun am seidenen Faden. Die einsame Entscheidung von Samaras, ERT dichtzumachen, hatte die Koalitionspartner, die sozialdemokratische PASOK und die demokratische Linke Dimar, empört. Beide erkennen zwar einen Reformbedarf bei ERT an, fordern aber die sofortige Wiedereröffnung der Anstalt. Samaras verteidigte seinen Schritt, deutete aber Kompromissbereitschaft an. So könnte ERT einen Teilbetrieb wieder aufnehmen, bis der geplante kleinere Nachfolger seine Arbeit aufnimmt.

Bei einer Dringlichkeitssitzung will er heute mit den Regierungspartnern über die verfahrene Situation beraten.

Rückendeckung bekam Samaras von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel. Sie sicherte ihm Unterstützung für die “klare Reformorientierung seiner Regierung” zu, wie Regierungssprecher Steffen Seibert mitteilte. Athen habe schon erhebliche Fortschritte gemacht. Nun sei es von entscheidender Bedeutung, “alle Vereinbarungen mit der Troika, auch die bezüglich eines reformierten öffentlichen Dienstes, umzusetzen, um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen”.

Mit der Abschaltung des Staatsrundfunks will die Regierung einen Teil der Sparauflagen erfüllen, die die internationalen Geldgeber dem hoch verschuldeten Land auferlegt hatten. Rund 2700 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

(dpa, AFP, Reuters)