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Europäer klammern sich an ihre Rostlauben

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Europäer klammern sich an ihre Rostlauben

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April, April: Nach einem kurzen Zwischenhoch nach einem schlechten März sind auch im Mai in der EU weniger Autos neu zugelassen worden als im Jahr zuvor. Es war die niedrigste Zahl in einem Monat Mai seit 20 Jahren. Schon 2012 war mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen das schlechteste Autojahr in Europa seit 1995. Vor allem im schuldengeplagten Süden des Kontinents kaufen die Menschen wegen der hohen Arbeitslosigkeit und der düsteren wirtschaftlichen Aussichten kaum neue Autos.

In Zahlen:

Im vergangenen Monat kamen in den 27 EU-Staaten und den drei EFTA-Ländern Schweiz, Island und Norwegen rund 1,1 Millionen Fahrzeuge neu auf die Straßen, 5,9 Prozent weniger als vor Jahresfrist, so der Herstellerverband ACEA. Eine Besserung zeichne sich nach den jüngsten Daten nicht ab.

Unter den großen Herstellern erlitt der angeschlagene französische Peugeot-Citroen-Konzern nach den ACEA-Zahlen im Mai mit minus gut 13 Prozent den schärfsten Rückgang, gefolgt von Fiat mit minus elf Prozent und Renault mit minus zehn Prozent.

Marktführer Volkswagen kam mit einem blauen Auge davon: Während die Hauptmarke VW sieben Prozent weniger verkaufte als vor einem Jahr, hielt sich der Rückgang bei Audi mit knapp 4 Prozent minus wieder einmal in Grenzen. Die lange schwächelnde spanische Marke Seat legte sogar um fast 13 Prozent zu. Insgesamt sanken die Neuzulassungen des Wolfsburger Konzerns im vergangenen Monat um 2,8 Prozent.

Bei den Premiumautobauern schlug sich Daimler am besten. Die Neuzulassungen bei Mercedes-Benz stiegen um 2,6 Prozent, der Münchner Rivale BMW büßte 7,3 Prozent ein.

Zwölf Millionen neue Autos pro Jahr für Europa – daran müssten sich die Hersteller wohl gewöhnen, schätzen Automarktexperten. Und schlagen Alarm: Mehr als die Hälfte der Top-100-Autowerke des Kontinents werde wohl 2013 nicht auf eine Auslastung von drei Vierteln kommen, schätzt die US-Unternehmensberatung AlixPartners. Das gelte aber als Gewinnschwelle. Zehn bis zwölf Werke in Europa dürften die anhaltende Flaute nicht überstehen.

Mit Reuters