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Unzufriedenheit stärker als Fußball

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Unzufriedenheit stärker als Fußball

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In Brasilien sind rund 200.000 Menschen gegen Misswirtschaft und Korruption auf die Straße gegangen. Proteste gab es in vielen Städten, etwa in Rio de Janeiro, Sao Paolo und Brasília. In Brasilien läuft derzeit der Confederations Cup, die Generalprobe für die Fußball-WM 2014. Auch die Fußball-Events waren Ziel der Proteste. FIFA-Präsident Joseph Blatter hatte noch vor Beginn der massiven Demonstrationen betont, der Fußball sei stärker als die Unzufriedenheit der Menschen.

Allein in Rio demonstrierten schätzungsweise 100 000 Menschen zunächst friedlich. Vor dem Regionalparlament spielten sich jedoch bürgerkriegsähnliche Szenen ab, als Vermummte versuchten, das Gebäude in Brand zu setzen.

Auslöser der massiven Protestwelle war eine Erhöhung der
Fahrpreise für Busse Anfang des Monats. Inzwischen richten sich die Proteste aber auch gegen die Milliarden-Ausgaben für die Fußball-WM 2014 und die Olympischen Spiele 2016. “Schluss mit der Korruption” und “Für ein besseres Brasilien” stand auf Plakaten.

In Brasília besetzten Hunderte Demonstranten stundenlang ein Zwischendach des Kongresses. Vor dem Gebäude warteten starke Polizeieinheiten. Der Zugang zum Präsidentenpalast wurde hermetisch abgeriegelt.