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Karsai boykottiert US-Friedensgespräche mit Taliban

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Karsai boykottiert US-Friedensgespräche mit Taliban

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Afghanistans Präsident Hamid Karsai ist aufgebracht. Bei den bevorstehenden Friedensgesprächen zwischen Taliban und den USA soll er die Zuschauerbank drücken. Er werde die Gespräche deshalb boykottieren, ihre Ergebnisse nicht anerkennen, heißt es nun in einer offiziellen Erklärung.
Draußen bleiben mussten Karsai und die Vertreter der afghanischen Regierung auch bei der feierlichen Eröffnung des Taliban-Verbindungsbüros in Katar. Sie wurden nicht eingeladen. Dabei hatte der afghanische Präsident der Eröffnung des “politischen Büros” der Taliban, wie es offiziell heißt, ohnehin nur zähneknirschend zugestimmt. Er hatte sich davon direkte Friedensgespräche mit den Aufständischen erhofft. Die machen aber bislang unmissverständlich klar: Die Gewalt geht weiter.
Ein Taliban-Sprecher sagte gegenüber dem Fernsehsender Al-Dschasira, die Verhandlungen mit den USA bedeuteten nicht automatisch das Ende des Blutvergießens in Afghanistan. Schließlich herrsche kein Waffenstillstand. Allein in der vergangenen Nacht wurden bei einem Raketenangriff auf den US-Stützpunkt Bagram nördlich von Kabul vier anerikanische Soldaten getötet.