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Kein Kennedy: Obama-Rede in Berlin ohne Höhen und Tiefen

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Kein Kennedy: Obama-Rede in Berlin ohne Höhen und Tiefen

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In die Fußstapfen der historischen Kennedy-Rede passt die Ansprache von US-Präsident Barack Obama in Berlin nicht. Große Sätze, bedeutende Aussagen gab es keine. Dafür blickte Obama am Brandenburger Tor zunächst zurück in die deutsche Geschichte, bevor es um die Gegenwart und Zukunft ging.

“Heute, 60 Jahre, nachdem sie sich gegen die Unterdrückung erhoben, erinnern wir an die ostdeutschen Helden des 17. Juni. Als die Mauer schließlich fiel, war es ihr Traum, der in Erfüllung ging, ihre Stärke und Hingabe. Ihr dauerhaftes Beispiel erinnert uns daran, dass es bei aller militärischer Schlagkraft und aller Macht einer Regierung die Menschen sind, die entscheiden, ob sie von einer Mauer bestimmt sein, oder ob sie sie niederreißen wollen.”

Kennedys “Ich bin ein Berliner” halle durch die Zeiten, so Obama. Erneut forderte er dann die Gleichstellung für Homosexuelle.

Weiter sagte er: “Wir können Orten wie der arabischen Welt nicht das Tempo des Wandels diktieren. Aber wir müssen die Ausrede zurückweisen, dass wir nichts tun können, um diesen Wandel zu unterstützen. In diesem Jahrhundert sind es diese Menschen, die sich danach sehen, Teil der freien Welt zu sein. Sie sind das, was Sie einst waren. Sie verdienen unsere Unterstützung. Ach sie sind auf ihre Weise Bürger Berlins.”

Obama bekräftigte den Willen, das Gefangenenlager Guantanamo zu schließen und das Atomwaffenarsenal zu verkleinern.

“Solange es Atomwaffen gibt, sind wir nicht wirklich sicher. Heute kündige ich zusätzliche Schritte vorwärts an. Nach einer eingehenden Prüfung habe ich beschlossen, dass wir die Sicherheit Amerikas und unserer Verbündeten auch dann sicherstellen können, wenn wir gleichzeitig ein Drittel unserer einsatzbereiten strategischen Nuklearwaffen um bis zu ein Drittel reduzieren.”

Für 2016 kündigte Obama noch einen Atom-Gipfel in Washington an.

“Die Mauer ist Geschichte, aber wir müssen nun auch Geschichte schreiben. Wir müssen uns um die jungen Menschen kümmern, die in ihren eigenen Ländern keine Arbeit finden können, um die Mädchen, die in manchen Ländern nicht zur Schule gehen dürfen. Wir müssen darauf achten, unsere Freiheit zu schützen, aber wir müssen auch jenen eine Hand reichen, die nach Freiheit verlangen. Das ist der Geist von Berlin.”