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London: Kein Pardon für "rücksichtslose" Banker

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London: Kein Pardon für "rücksichtslose" Banker

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Mit knallharten Strafen, sogar Haft, sollen “rücksichtslose” Bankmitarbeiter rechnen müssen, wenn es nach einer britischen Parlaments-Kommission geht – ein Kulturbruch. Auch für den britischen Premierminister ist Schaden für Kunden und Anleger kein Kavaliersdelikt mehr.

Der britische Finanzsektor hat fast 10 Prozent Anteil an der Wertschöpfung des Landes und die Branche ist extrem mobil. Beobachter befürchten nun Druck der Finanzlobby auf die Regierung, besonders auf Finanzminister George Osborne.

David Cameron, britischer Premierminister:

“Strafen, auch vor Gericht, für Banker, die sich verantwortungslos verhalten, da sage ich ja. Und wenn es darum geht, über ein Bonusverbot an gehortete Steuergelder zu kommen, dann sage ich auch ja.”

Die Kommission unter Vorsitz des konservativen Abgeordneten Andrew Tyrie fordert unter anderem, dass Banken die Auszahlung von Prämien bis zu zehn Jahre hinausschieben. Das soll verhindern, dass Angestellte mit risikoreichen Handelsgeschäften kurzfristige Spekulationsgewinne erzielen, die entsprechenden Boni einkassieren und das Institut verlassen.

Ein aktueller Skandal macht immer noch böses Blut: Händler hatten durch illegale Manipulationen des Interbank-Zinses Libor auf Kosten von Kreditkunden jahrelang hohe Handelsgewinne eingefahren.

Mit Reuters