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EU-Kommission: Eurotunnel schröpft Passagiere

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EU-Kommission: Eurotunnel schröpft Passagiere

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Der Zugverkehr unter dem Ärmelkanal ist zu teuer, findet die EU-Kommission. Sie gibt Frankreich und Großbritannien zwei Monate Zeit, etwas dagegen zu machen. Wenn nicht, drohen gerichtliche Schritte.

Die Betreibergesellschaft Eurotunnel – dahinter stehen nach einer Umschuldung am Rande der Pleite viele Banken – nimmt für eine Zugdurchfahrt 4.320 Euro und 16,60 Euro pro Passagier. Das ginge auch für die Hälfte, so die Kommission.

Helen Kearns, Sprecherin der EU-Kommission:

“Wegen überhöhter Gebühren für die Tunnelfahrt zahlen die Passagiere überhöhte Preise für ihre Tickets. Auch Fracht-Betreibern und ihren Kunden wird zuviel aufgebrummt. Der Tunnel liegt zu 43% brach. In ganz Europa landen mehr Güter als nötig auf Lastwagen statt auf der Schiene, mehr Staus und Umweltverschmutzung sind die Folge. “

Nach EU-Recht müssen die Gebühren der Bahnunternehmen dem Grad der Abnutzung durch eine Zugfahrt entsprechen.

Mit den überschüssigen Einnahmen werde der Autozug-Betrieb subventioniert, vermutet die Kommission.

Konkurrenz soll offenbar das Geschäft zusätzlich beleben: Künftig soll auch die Deutsche Bahn ICE-Züge von Siemens durch den Tunnel schicken dürfen – was die französische Regierung und der Alstom-Konzern mit langem Rechtsstreit verhindern wollten.

Und die Deutschen sollen ihre Bahn-Finanzen offenlegen, so die Kommission. Sonst gehe sie vor Gericht.

Mit Reuters, dpa