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Klassische Musik mit einer asiatischen Note

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Klassische Musik mit einer asiatischen Note

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Istanbul. Brückenstadt zwischen Asien und Europa. In der pulsierenden Kulturszene der türkischen Metropole macht ein Orchester von sich reden: Das Borusan Philharmonic Orchestra.

Gegründet wurde es von einem türkischen Industriemagnaten, der beschlossen hat, dass sein Land mehr von der westeuropäischen Musik braucht, die er selbst so verehrt.

Inzwischen ist das Orchester das Aushängeschild der renommierten Borusan-Stiftung, zu der auch ein Kunst- und Kulturzentrum gehören.

Die Vorsitzende des Orchesters ist Zeynep Hamedi:

“Ich gehöre zum Team. Für uns ist das mehr als ein Hobby … Wir haben Pläne für das Orchester. Das ist auch ein bisschen unser Motto: Ausbildung, investieren in die Musiker und Kulturförderung. Wir sind eine kleine Gruppe und wir machen zusammen Musik!”

Der Österreicher Sascha Goetzel ist der künstlerische Leiter und Dirigent des Orchesters:

“Die Borusan Philharmoniker, das ist ein Orchester mit magischen Zutaten: Die Musiker sind durchschnittlich 35 bis 38 Jahre alt, deshalb spielen sie mit Leidenschaft, wie ein Jugendorchester.”

Der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson wurde jüngst vom Orchester als Gesangssolist eingeladen:

“Ich wusste bereits, dass das Orchester viel Energie hat, dass die Musiker Lust haben, mit erfahrenen Sängern zu arbeiten.
Für das Orchester und wahrscheinlich auch für viele der einzelnen Musiker ist es das erste Mal, dass sie Mahlers “Lieder eines fahrenden Gesellen” spielen. Das ist spannend.”

Dirigent Sascha Goetzel:

“Viele Stücke, die in Westeuropa zum Standardrepertoire gehören, wurden in Istanbul, in der Türkei, noch nie gespielt. Das ist ein echter, ein direkter Kontakt mit dem Publikum – auch für die Musiker. Es ist eine sehr aufregende Reise, weil es das erste Mal ist. Das ist ein unglaubliches Gefühl.”

Solist Thomas Hampson:

“Von Gustav Mahler habe ich gelernt, den Augenblick zu verstehen. Den Sinn des Lebens zu erkennen. Mahler wurde am Ende seines Lebens sehr existenzialistisch: Es ging um Barmherzigkeit und darum, das Beste aus dem zu machen, was dir zur Verfügung steht. Seinem Leben einen Sinn zu geben – und diesem dann seinen Lauf zu lassen.”

Dirigent Sascha Goetzel:

“Unser Ziel ist es, unsere persönliche Note zu finden, etwas Charakteristisches für das Orchester. Wie? Wir müssen uns an die Traditionen unserer Region halten: In der Türkei – und in Europa – sind das rhythmische Tänze.”

Zeynep Hamedi:

“Wir machen das, woran wir glauben. Das unterscheidet uns von anderen Orchestern. In der Sprache der Musik werden das die meisten verstehen.”

In dieser Sendung hören Sie Fragmente der folgenden Werke:

Giuseppe Verdi: “La forza del destino” (dt. Die Macht des Schicksals) – Ouvertüre
Guiseppe Verdi: “Il Corsaro” (dt. Der Korsar) – Arie des Seids
Charles-François Gounod: “Waltz” (dt. Walzer) aus der Oper “Faust” (dt. Margarethe)
Gustav Mahler: “Lieder eines fahrenden Gesellen”
Ferit Tüzün: 4. Satz von “Çeşmebaşı”

Wenn Sie das komplette Interview mit Bariton Thomas Hampson hören möchten, klicken Sie auf den folgenden Link:
Thomas Hampson – interview extras