Eilmeldung

Eilmeldung

Chaos und Krisensitzung in Brasilien

Sie lesen gerade:

Chaos und Krisensitzung in Brasilien

Schriftgrösse Aa Aa

Die brasilianische Hauptstadt in Scherben: Brasilia erholt sich nur langsam vom Chaos der vergangenen Nacht, als landesweit mehr als eine Million Menschen auf die Straße gingen. Bei den massiven Protesten prangerten die Demonstranten Korruption und soziale Missstände an – knapp ein Jahr vor Beginn der Fußball-WM, für die die Regierung elf Milliarden Euro ausgibt.

Doch was als friedlicher Protest begann, eskalierte vielerorts. Die Demonstranten stürmten das Außenministerium. Autos standen in Flammen. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Ein 18-Jähriger kam ums Leben, Dutzende wurden zum Teil schwer verletzt.

Trotz Chaos – die meisten Menschen wie in Sao Paulo stehen hinter den Protesten. Eine Frau meint, “die Menschen tun das Richtige. Das ist erst der Anfang. Dass die Menschen auf die Straße gehen, beweist, dass wir nicht so unterwürfig sind, wie die Welt denkt.”

Ein Passant schränkt jedoch ein, “die Menschen müssen ihre Rechte einfordern können, aber nur zu einem gewissen Grad. Wenn in Geschäfte eingebrochen wird, wenn geplündert und geklaut wird, dann hat das nichts mit der Protestbewegung zu tun.”

Die Demonstrationen haben vor mehr als einer Woche begonnen. Angesichts der Krawall der vergangenen Nacht berief Präsidentin Dilma Rousseff das Kabinett zu einer Krisensitzung ein.