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Philippinische Häftlinge tanzen im Kino


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Philippinische Häftlinge tanzen im Kino

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Zu Ruhm gelangten sie mit ihren Youtube-Videos, auf denen sie zu Michael Jackson-Hits tanzten. Jetzt ist den orangegekleideten Insassen eines philippinischen Gefängnisses der Sprung auf die große Leinwand gelungen.

In dem Film “Dance of the steel bars” spielen die Gefangenen des Cebu Provincial Detention and Rehabilitation Center sich selbst. Der Film handelt von den Reformen, die das Gefängnis vor einigen Jahren durchgeführt hat. Statt sie nur arbeiten und sitzen zu lassen, begann die Leitung der Anstalt mit ausgesuchten Häftlingen zu tanzen – auch, um Disziplin und Kameradschaft zu stärken. Es wurde ein sensationeller Erfolg. Millionenfach klickten Nutzer die Videos bei Youtube an.

Co-Regisseurin Marnie Manicad: “Das war sehr bewegend für uns, denn wir sahen, wie sie durch das Tanzen rehabilitiert wurden. Ich denke, der Film zeigt das.”

Eine Woche wurde in der Vollzugsanstalt gedreht. Neben rund 750 Häftlingen kamen auch professionelle Schauspieler zum Einsatz.

Unter ihnen Joey Paras. Er spielt einen Transsexuellen, der Mitgefangenen das Tanzen beibringen will. Am Anfang, so erzählt Paras, habe er Angst davor gehabt, in einem Gefängnis zu drehen. Aber eben nur am Anfang.

Paras:“Wenn man sie von außen sieht, bekommt man Gänsehaut, so beeindruckend sind sie. Und das gilt umso mehr, wenn man direkt neben ihnen steht, wenn man sie riechen und ihre Energie spüren kann. Dein Schweiß ist auch ihr Schweiß, man wird Teil der Gruppe. Das ist ein einzigartiges Gefühl.”

Co-Regisseur Cesar Apolinaro: “Sie sind nicht nur großartige Tänzer, sondern sie sind auch großartige Schauspieler. Es gab keinerlei Probleme, wir mussten ihnen nie sagen, wie man schauspielert, alles war so natürlich. Wenn ich sagte: ‘Hier musst du traurig schauen’, dann haben sie das gemacht.”

“Dance of the Steel Bars” läuft zur Zeit auf den Philippinen und kommt demnächst in Asien und den Vereinigten Staaten in die Kinos.

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