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Missstimmung zwischen Deutschland und der Türkei

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Missstimmung zwischen Deutschland und der Türkei

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Nach wie vor demonstrieren Menschen auf dem Istanbuler Taksimplatz: Nun aber in aller Stille, schweigend stehen sie da – nach den Massenkundgebungen und gewaltsamen
Räumungen der letzten Zeit.

Die deutsche Kanzlerin hatte dieses Vorgehen gegen Demonstranten kritisiert, ein türkischer Politiker reagiert nun scharf. Dazu kommt jetzt die Nachricht, dass die EU die nächste Runde der Beitrittsgespräche mit der Türkei wohl aussetzt. Das neue Kapitel in diesen Gesprächen sollte kommenden Mittwoch eröffnet werden.

Der türkische Europaminister sieht dahinter das Wirken von Angela Merkel, motiviert vom Wahlkampf. So etwas sei schon Nicolas Sarkozy in Frankreich schlecht bekommen, warnt
Egemen Bağış: Sich mit der Türkei anzulegen, gehe immer schlecht aus.

Beide Länder haben wegen dieser und anderer Äußerungen auf beiden Seiten nun gegenseitig ihre Botschafter einbestellt. Was die Aussetzung der neuen Gespräche mit der EU angeht, spricht die deutsche Regierung von technischen Gründen: Es gehe nicht um das Ob, sondern nur um das Wie der Fortführung.

Die Zerschlagung der Proteste in Istanbul hatte die Kanzlerin zu den Worten veranlasst, sie sei darüber erschrocken. Was dort passiert sei, sagte Merkel vor einigen Tagen, entspreche nicht den Vorstellungen von Meinungs- und Versammlungsfreiheit.