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Bankia - wie man aus Kunden Wutbürger macht

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Bankia - wie man aus Kunden Wutbürger macht

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Man verkauft ihnen Vorzugsaktien mit erhöhter Dividende als „sichere Anlage“. Dann macht die Bank wegen fauler Immobilienkredite de facto pleite. Die Papiere der Anleger werden an die Börse gebracht – Absturz. 80 Prozent der eingezahlten Summen: weg.

So passiert mit 200.000 spanischen Sparkassenkunden, heute Aktionäre von Bankia. Sie stürmten die Hauptversammlung in Valencia.

José Ignacio Goirigolzarri, Präsident der Bank, konnte sie kaum beruhigen:

“Wir haben keinen zusätzlichen Kapitalbedarf. Wir sind unterwegs in die richtige Richtung, wir sind nicht naiv. Wir wissen, dass wir Vieles verbessern müssen und einen langen Weg vor uns haben.”

Vor gut einem Jahr beantragte er 19 Milliarden Euro aus dem Bankenrettungsfonds.

Die spanische Abwicklungsbehörde (FROB) organisierte auf ausdrücklichen Wunsch der Troika (EU, EZB, IWF) einen „Schuldenschnitt“: Die Vorzugsaktien wurden abgewertet und zwangsweise in Stammaktien umgetauscht.

Manuel Pardos, Vereinigung der Bankkunden (ADICAE):

“Das gibt keine gesunde Bank, so lange die Probleme der Mehrheit der Aktionäre nicht gelöst sind.”

Für Kritiker ist die Behandlung der Bankia-Kunden eine Variante des sogenannten „bail-in“, durch das in Europa in Zukunft Bankkunden an den Verlusten von Spekulationsgeschäften beteiligt werden sollen.

Und: 300.000 Anleger haben bei Bankia komplexe Finanzprodukte gekauft. Sie rechnen noch an ihren Verlusten.

Mit Reuters

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