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Radprofi David Moncoutié: "Die Mehrheit hat gedopt"


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Radprofi David Moncoutié: "Die Mehrheit hat gedopt"

Er zählte in den vergangenen Jahren zu den besten Bergfahrern im Radsport, der Franzose David Moncoutié. Wie hier 2009 gewann er gleich viermal die Bergwertung bei der Vuelta a España. 2004 und 2005 holte er zwei Etappensiege bei der Tour der France. Vergangenes Jahr beendete er seine Profikarriere nach 15 jahren. In dieser Zeit machte sich der heute 38-Jährige einen Namen als Meister Proper. Denn das im Radsport weit verbreitete Doping kam für ihn nicht in Frage. Jetzt war er bei euronews zu Gast.

euronews: Jan Ullrich hat gerade zugegeben, ein Patient von Dopinarzt Fuentes gewesen zu sein, und unlängst hat Lance Armstrong gesagt, es sei nicht möglich, die Tour de France ohne verbotene Substanzen zu gewinnen. Stimmen Sie zu?

euronews: Ja. Man muss wohl sagen, dass wohl jeder Radfahrer, der die Tour seit dem Auftauchen von Epo 1994, 95 gewonnen hat, dieses Mittel genutzt hat. Wenn wir die Liste der Sieger untersuchen sollten, dann waren vielleicht einige sauber, auch in den letzten Jahren, aber ich denke, die Mehrheit hat gedopt.

David Moncoutié: Wie erklären Sie es, dass der Radsport vergluichen mit anderen Sportarten in Sachen Doping immer unter besonderer Beobachtung stand? Sind die anderen Sportarten sauberer?

David Moncoutié: Ich denke, man hatte es beim Doping immer besonders auf den Radsport abgesehen. Natürlich war Doping immer Teil dieses Sports, aber die Zahlen zeigen, dass der Radsport bezüglich Doping unter den Sportarten erst auf dem sechsten Platz kommt. In den letzten Jahren wurde viel unternommen, um den Betrug zu beenden, und wir sollten auch nicht sagen, alle Radsportler haben sich schuldig gemacht, denn das ist nicht der Fall.

euronews: Die Zukunft ist also rosig?

David Moncoutié: Ich würde nicht unbedingt “rosig” sagen, aber ich denke, es gibt weniger Betrüger im Radsport. Meiner Meinung nach ist es möglich, an der Tour de France teilzunehmen ohne zu dopen, so wie ich das getan habe, und ich denke, ich bin nicht der Einzige. Um ein solches Turnier aber auch zu gewinnen, das ist etwas anderes. Manche Radsportler haben ein besonderes Talent und wir sind alle gut trainiert, aber einer sticht immer heraus. Und ich wünsche mir, dass er dann sauber ist.

Den zweiten Teil des Interviews mit David Moncoutié sehen Sie am kommenden Freitag hier auf euronews.

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