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Brasilien: Favelas fordern Sozialreformen

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Brasilien: Favelas fordern Sozialreformen

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In Rio de Janeiro haben die Bewohner der Favelas Rocinha und Vidigal friedlich demonstriert. Sie klagen, dass die Regierung in Hinblick auf die großen Sportereignisse, Fußball-WM 2014 und Sommerolympiade 2016, nur Geld für die Sicherheit ausgegeben habe. Es sei höchste Zeit, dass sie in Bildung und Gesundheitsvorsorge investiere. Viele sind auch entrüstet über die Resolution 013, die vorschreibt, dass die Menschen in den Favelas ohne die Erlaubnis der Polizei keine kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen abhalten dürfen.

Die Engländerin Alexa, die seit mehr als vier Jahren in einer Favela lebt, unterstützt die Proteste: “Ich träume schon seit langem von dem Tag, an dem die Brasilianer aufwachen. Vor allem die Menschen, die in den Favelas leben, müssen zu Wort kommen.”
Brasiliens Präsidentin Dilma Roussef sagte, sie habe die Stimme der Straße verstanden. Sie kündigte ein radikales Reformprogramm an, über das die Brasilianer abstimmen sollen.

Ob es ihr gelungen ist, den Volkszorn zu besänftigen, wird sich heute Abend zeigen, wenn Brasilien im Halbfinale des Confed-Cups gegen Uruguay in Belo Horizonte spielt. Die Behörden rechnen vor und während der Begegnung mit Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen.