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Nachholbedarf: Obama reist nach Afrika

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Nachholbedarf: Obama reist nach Afrika

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US-Präsident Barack Obama bricht heute zu seiner ersten großen Afrikareise auf. Seine Stippvisite in Ghana vor vier Jahren dauerte nicht einmal 24 Stunden. Viele Afrikaner fühlen sich links liegen gelassen von dem, den sie einst als “ihren” Präsidenten feierten.

Obama wird Versäumtes nachholen müssen. Dem Weißen Haus ist mittlerweile klar, dass Afrika längst zu einem boomenden Kontinent geworden ist. Richard Downie vom Afrikaprogramm des CSIS, einer unabhängigen Denkfabrik in Washington, erklärte: “In den vergangenen vier Jahren haben die USA in Afrika an Boden verloren. Andere Länder wie China sind nach vorn geprescht und haben sich weitaus mehr engagiert. Die USA haben also an Einfluss verloren.” Obamas Grundsatzrede in Kapstadt wird mit Spannung erwartet. Die südafrikanische Zeitung “Mail & Guardian” spricht sogar vom wichtigsten Besuch des Jahrzehnts.

Downie zufolge müssen die USA umdenken: “Die USA neigen dazu Afrika als einen Kontinent zu sehen, der Probleme hat und der Hilfe benötigt. Doch die Zeiten haben sich geändert und die Afrikaner erwarten von den USA, dass sie umdenken und sehen, dass Afrika ein Ort der Möglichkeiten ist, ein Ort, wo Geschäfte gemacht werden können und Investitionen sich lohnen.” Die US-Firmen wollen nun ein Stück vom Kuchen abhaben. Es ist also nicht überraschend, dass Obama von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wird.

Unser Korrespondent Stefan Grobe fasst zusammen: “Obamas Name galt früher als eine Art Glücksbringer für den Kontinent Afrika. Doch die Freude einen US-Präsidenten zu haben, der zu den ihren zählt, ist umgeschlagen in Enttäuschung. Obama wird erklären müssen, warum seine Regierung nie eine Afrika-Strategie entwickelt hat.”