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Experiment über das Verhalten von Menschenmassen

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Experiment über das Verhalten von Menschenmassen

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Unkontrollierte Besucherströme können bei Großereignissen zur Katastrophe führen. So wie bei der Loveparade in Duisburg vor drei Jahren. Beim Versuch das Gelände zu verlassen starben 21 Menschen im Gedränge, Hunderte wurden verletzt.
Mit dem Verhalten und der Lenkung von Menschenmassen befasst sich ein Forschungsprojekt namens BaSiGo, Bausteine für die Sicherheit von Großveranstaltungen. Dafür simulierten Probanden in der Düsseldorfer Messehalle den Massenstau unter Kontrolle des Projektleiters Armin Seyfried von Bergischen Universität Wuppertal.

“Bei Autos gibt es Verkehrsregeln, es gibt Kreuzungen und Spuren, und auch Ampelanlagen. Also eine gewisse Form von Regelung. Bei Fußgängern gibt es die nicht und was wir gelernt haben ist, dass wir über solche angelernten Regeln, wie Kreisverkehr, die Fußgänger tatsächlich in Kreuzungen beeinflussen können. Die Frage, die wir uns bei den Fußgängern stellen ist: Wie breit muss eine Anlage sein, um einen bestimmten Durchsatz zu ermöglichen? Diese Zahlen sind bisher in der Literatur kaum erforscht, erst recht bei komplexen Kreuzungsverkehren. Und diese Zahlen haben wir bei den Experimenten ermittelt.”

Die 1400 Teilnehmer trugen weiße Hüte mit Symbolen und wurden von oben mit Kameras gefilmt für eine computergestützte Auswertung und statistische Zuordnung der Laufwege jedes einzelnen Probanden. So manch einem wurde mulmig beim organisierten Chaos.
“Ich war schon auf mehreren Festivals und Konzerten. Von daher kenne ich schon das Gefühl, wenn man in einer großen Menschenmenge ist”, berichtet Anja Meister.“Es war jetzt mal interessant zu sehen unter kontrollierten Bedingungen. Man wusste, dass auch nichts passieren kann, aber es war schon beeindruckend zu sehen was so viele Menschen auf kleinem Raum ausrichten können.”

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt soll Grundlagen für ein computergestütztes Planungswerkzeug schaffen. 17 Partner von Hochschulen über Feuerwehr und Polizei bis hin zu Wirtschaftsunternehmen, sind daran beteiligt.