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Interpol landet Coup gegen den Internethandel mit gefälschten Medikamenten

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Interpol landet Coup gegen den Internethandel mit gefälschten Medikamenten

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Eine Packung Tabletten im Internet kann billiger sein und leichter zu bekommen. Aber das Geschäft
ist nicht ohne Risiken und Nebenwirkungen. Laut Weltgesundheitsorganisation sind 50 bis 80 Prozent der Medikamente im Internethandel Fälschungen.

Nicht zur traditionellen Apotheke zu gehen, kann auch andere Beweggründe haben: “Manche Kunden kaufen im Internet, weil sie sich nicht trauen, über ihre Beschwerden in der Apotheke zu reden. Aber im Internet haben sie keine Garantie, dass die Ware, die sie kaufen, auch von guter Qualität ist”, warnt eine Apothekerin.

Interpol hat jetzt einen Coup gegen die illegalen Händler gelandet. Bei einer einwöchigen koordinierten Aktion mit gut 100 Ländern wurden mehr als fünfzig Menschen festgenommen und Waren in Millionenwert beschlagnahmt. “Das hat die Schließung von über 10.000 illegalen Internetapothekenseiten ermöglicht, und die Beschlagnahmung von fast 10 Millionen Medikamenten”, berichtet die Leiterin der zuständigen Interpoleinheit Aline Plançon.

In den Packungen ist nicht immer drin, was draufsteht, warnt Athiqur Rahman Meah, Mitarbeiter der britischen Arzneiaufsicht, der ebenfalls an der Operation von Interpol beteiligt war: “Unsere Untersuchungen belegen, dass die von uns beschlagnahmten gefälschten Medikamente entweder keine aktiven Wirkstoffe enthalten, zu wenige oder die falschen. Sie sind gefährlich.”

Der Handel mit gefälschten Medikamenten in ein lukrativer Markt – sogar einträglicher als das Geschäft mit Drogen: 10 Prozent der Medikamente weltweit sind Fälschungen, 2010 wurde damit laut Schätzungen von Experten ein Gewinn von 58 Milliarden Euro gemacht. Für 1.000 eingesetzte Euro kann ein Drogendealer schätzungsweise 20.000 Euro Profit machen, mit gefälschten Medikamenten 400.000.

Laut Weltgesundheitsorganisation ist das Ausmaß gefälschter Medikamente in den meisten Industrieländern, in denen strenger kontrolliert wird, relativ niedrig, mit weniger als einem Prozent Marktanteil. Aber in anderen Regionen wie Südamerika, Asien und vor allem Afrika machen Fakes zwanzig bis dreißig Prozent des Marktes aus.