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Von gekränkter Eitelkeit und Rache

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Von gekränkter Eitelkeit und Rache

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Australien hat nach einer Revolte in der regierenden Labor-Partei einen neuen Regierungschef: Amtsinhaberin
Julia Gillard trat zurück und ihr Vorgänger im Amt, Kevin Rudd, wurde als neuer Premierminister vereidigt. Die Labor-Partei hatte Gillard zuvor wegen verheerender Umfragewerte als Parteichefin fallengelassen.

Rudd hatte Gillard zu einer Kampfabstimmung gezwungen. Gillard verlor. Es ist in Australien üblich, dass ein unterlegener Parteichef auch die Regierungsgeschäfte niederlegt. Gillard hatte Rudd selbst vor drei Jahren auf gleiche Weise gestürzt.

Katastrophal waren die Umfragewerte für die Laborpartei unter Julia Gillard. Rudd hofft nun, mit seiner eigenen Beliebtheit im Volk das Ruder noch einmal herumzureißen. Doch viele Australier glauben, Rudd gehe es mehr um seine gekränkte Eitelkeit, er habe es Gillard nie verziehen, dass sie ihn vom Sockel gestoßen hatte.

Auf der Straße in Canberra sagt ein Mann: “Rudd hat seinen Angriff sehr genau und schon seit langem geplant. Jetzt soll er zusehen, wie er zurecht kommt.” Und eine Frau meint:
“Das Ganze ist doch ein Witz. Die ganze Welt hört davon, wie sich die Politiker in Australien benehmen. Das gibt kein positives Bild von Australien ab.”

Oppositionsführer Tony Abbott verlangte einen möglichst frühen Wahltermin. Rudd habe sein Ego zufriedengestellt und sich an Gillard gerächt, jetzt müsse es endlich um das australische Volk gehen.